Expedition
Leuterschacher Bergführer führte eine Gruppe auf den 4900 Meter hohen Mount Vinson in der Antarktis

3Bilder

Für Rainer Pircher ist es im heimischen Leuterschach dieser Tage wohlig warm. Denn der professionelle Berg- und Skiführer ist vor kurzem aus der Kältewüste Antarktis zurückgekehrt. Dorthin hatte ihn eine 24-tägige Expedition gebracht, bei der Pircher fünf Männer durchs Eis führte. Jeder der fünf Teilnehmer ließ sich diesen Traum inklusive Ausrüstung knapp 30 000 Euro kosten. 'Die hohen Kosten entstehen vor allem durch die aufwendigen und teuren Flüge', erklärt Pircher.

Pircher (44) trieb der Beruf in die Antarktis, 'das lebensfeindlichste Gebiet der Erde'. Und seine Teilnehmer? 'Da gibt es zum einen Sammler, die nacheinander die ’Seven Summits’ machen, also die jeweils höchsten Berge der Kontinente', erzählt Pircher. Für andere sei es wie für ihn auch einfach die Faszination, am Ende der Welt zu sein.

Dort am Ende der Welt bestieg die Expedition den Mount Vinson, mit 4900 Metern der höchste Berg der Antarktis. Der vor 100 Jahren entdeckte Südpol reizte Pircher indes weniger: 'Mir ist ein Gipfel als Ziel lieber.'

Eine komplette Durchquerung der Antarktis würde Pircher aber reizen. Die dauert dann allerdings circa 70 Tage. 'So etwas kann ich nur privat und mithilfe von Sponsoren machen', sagt er.

Nur Eis und der blaue Himmel

Vorerst aber schwärmt der erfahrene Bergführer vom Mount Vinson. 'Das war für mich die bisher faszinierendste Tour. Auf dem Gipfel des Vinson sieht man keinen Kondensstreifen eines Flugzeugs, sondern überall nur Eis und den blauen Himmel drüber. Ein Wahnsinn.'

Zur Antarktis gelangt sind Pircher und seine Begleiter aber schon durch die Luft. Zuerst ging es über Zwischenstopps in 35 Stunden nach Punta Arenas im Süden Chiles. Von dort brachte die Bergsteiger eine russische Spezialmaschine weiter in die Antarktis.

Dort angekommen, erreichten Pircher und seine Männer nach mehreren Etappen am sechsten Tag den Gipfel: 'Dieses Glücksgefühl haben wir oben trotz des kalten Windes und Minus 35 Grad 45 Minuten lang genossen.'

Doch dann ging es nicht etwa schnurstracks wieder runter. Pircher bezwang am nächsten Tag noch den 4660 Meter hohen Mount Shinn und kletterte außerdem zum Knutzen Peak.

'Wieder im Basislager angekommen, freuten wir uns alle auf ein paar schöne Tage in Punta Arenas', erinnert sich Pircher. Allerdings hob wegen dichten Nebels kein Flieger ab. Als sich alle schon auf ungewollte Verlängerung in der Antarktis eingestellt hatten, kam doch noch die erlösende Nachricht: die Maschine kann fliegen.

Pircher leitete 2011 auch Expeditionen nach Pakistan (7000er Gipfel) und Nepal (zwei 6000er Gipfel) und führte sonst viele Touren in den Alpen. Die für ihn besonders faszinierende Antarktis-Expedition hat er heil und ohne Erfrierungen überstanden. Seine Partnerin mache sich zwar schon Sorgen bei solchen Touren. 'Ich rufe sie aber zwischendurch auch vom Satellitentelefon aus an', sagt er.

Und diesmal habe sie sich besonders für ihn gefreut, weil er in die Antarktis durfte: 'Das ist ein Privileg', schwärmt Pircher vom Ende der Welt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019