Aktion
Lebendige Kunst in Marktoberdorf

Auf etwas andere –und sehr lebendige –Weise feierte der Erziehungs- und Jugendhilfeverbund (EJV) Ostallgäu das 100-jährige Bestehen seines Trägers, der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg: Eine Kunstaktion unter dem Jubiläumsmotto 'Mehr als ein Gesicht' regte einige hundert Kinder und Jugendliche zum begeisterten Mitmachen und phantasievollen Gestalten an. So wuchsen am Markttag in Marktoberdorfs Mitte, wie zuvor in Füssen, hunderte fotografisch dokumentierte Natur-Kunstwerke. Kieselsteine und Blüten, Kastanien und Hagebutten wurden am Sparkassenparkplatz zu Bildern gefügt und, der Idee des Künstlers Andy Goldsworthy folgend, die Materialien anschließend aufgesammelt und daraus wieder neue Werke geformt.

Ahornblätter werden zu Backen

'Es gibt fröhliche Gesichter und traurige Gesichter, wütende und ängstliche, und für alle sind wir da', stellt Sozialpädagogin Sonja Klippel-Zoller von der Erziehungsberatungsstelle Marktoberdorf das Thema der Kunst-Aktion in Zusammenhang mit der täglichen Arbeit des Erziehungsverbunds, Hilfe in Erziehungsfragen, bei psychischen Problemen zu geben.

Ihre Kollegin Ursula Hechenberger heißt derweil Viertklässler der St.-Martin-Schule willkommen. Im Nu haben die Kinder den Sinn verstanden und sind mit Feuereifer dabei, aus Rinden und Moos, Schneckenhäusern und Stöckchen lachende oder grimmige Mienen zu legen. Da werden Ahornblätter zu roten Backen, gelbe Blüten zu Augensternen.

Nicht nur die Kleinen lassen sich gern auf das Kunst-Experiment ein. Karim und David von der Berufsschule Ostallgäu fügen Tannenzapfen zu Dreadlocks. Marcel, Gianmarco und Matthew finden, ihr Männerporträt müsse leicht schielen.

Zur Freude von Peter Seider, Leiter des EJV Ostallgäu, haben viele Klassen, etwa von der Don-Bosco-Förderschule oder auch der Mittelschule, das Angebot für die Kinder und Jugendlichen, selbst etwas zu machen, wahrgenommen. Offenheit und Spontanität sollten rund um die vielen Gesichter von Menschen im Zentrum stehen, so Seider.

Viel Lob gab es von Passanten wie von geladenen Gästen, Vertretern von Schulen, die eng mit dem EJV Ostallgäu zusammenarbeiten, von Stadt sowie Landratsamt. Schulrat Karl Wittek freute sich über die Akribie, mit der die jungen Künstler zu Werke gingen, Berufsschulleiter Remigius Kirchmaier nannte die Aktion 'sehr gelungen'. So viel Phantasie finde ich echt Klasse', urteilte Passantin Ursula Kauke, die selbst als Künstlerin Land Art gestaltet, beim Betrachten der Bilder.

Es sei 'ein guter Weg, mit Kindern zu arbeiten', fand auch Sebastian Nöß vom EJV. Mit dem Ergebnis sei er 'sehr zufrieden, ja erstaunt.' Den Menschen und seine Gesichter mit der Natur zu verknüpfen, sei eines der Ziele gewesen, so Seider. Viele Gedanken stünden dabei im Hintergrund.

Das wurde so auch von den jungen Künstlern gesehen. 'Dürfen wir nochmal?', wurde gefragt, dann wurden in Durchgang zwei Gesichter in Herzen verwandelt.

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