Jubiläum
Künstlerhaus Marktoberdorf feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Retrospektive

Die zeitgenössische Kunst hat in Marktoberdorf eine etablierte Adresse. Im Künstlerhaus ist sie seit zehn Jahren beheimatet. Der Fokus liegt auf der Kunst aus Schwaben. Inzwischen wurde der Radius allerdings wesentlich erweitert. 'Wir bekommen Anfragen von Künstlern von überall her', sagt Maya Heckelmann, seit 2010 Leiterin des Künstlerhauses. 'Das Haus wird wahrgenommen.'

Herbert Achternbusch hat hier ausgestellt und Benjamin Bergmann, Alexandra Vogt, Peter Casagrande, Giancarlo Bargoni und viele weitere Künstler der Region. Für viel Aufsehen hat das Haus gesorgt.

Der Ziegelbau der renommierten Schweizer Architekten Valentin Bearth und Andrea Deplazes bietet eine fürs Allgäu ungewöhnliche Fassade.

Mit den sichtbaren Ziegeln im Innern hebt sich das Künstlerhaus auch ab von den üblichen weiß gehaltenen Ausstellungsräumen anderenorts. Bis heute haben sich manche Marktoberdorfer nicht an den Bau gewöhnt. Wenngleich er weniger umstritten ist als zur Zeit des Baus.

Wogen haben sich geglättet

Geglättet haben sich auch die Wogen um die Finanzierung des Betriebs. 100 000 Euro jährlich stehen dafür seit 2007 zur Verfügung. Nach längeren Querelen wurde damals zwischen den Stiftungspartnern, der Stadt Marktoberdorf und Stifter Altbürgermeister Franz Schmid, vereinbart, dass die Stadt bis 2017 jährlich 75 000 Euro, Franz Schmid als Vorsitzender des Trägers, der Kunst- und Kulturstiftung Dr.-Geiger-Haus, 25 000 Euro bezahlen.

'An Geld hat’s immer gefehlt', sagt Franz Schmid, dem Marktoberdorf und die Region das Künstlerhaus zu verdanken haben.

Die städtische Sammlung zeitgenössischer Kunst aus Schwaben – sie hatte sich seit 1978 insbesondere aus der Ostallgäuer Kunstausstellung gespeist – sollte aus dem viel zu klein gewordenen Dr.-Geiger-Haus herauskommen. Mit der Gründung der Dr.-Geiger-Haus-Stiftung 1997 war der Neubau besiegelt worden. Die Stadt brachte das zum Geiger-Haus gehörige Grundstück ein und sollte die künftigen Betriebskosten übernehmen.

Franz Schmid baute das Künstlerhaus, auch mit Hilfe von Förderern. Alles war gut. Auch als das Haus 2001 mit einer Ausstellung von Leihgaben aus Münchner Museen mit Kunst um 1900 eröffnet wurde. Bald aber gab es Unstimmigkeiten, als es um die personelle Betreuung und vor allem Finanzierung ging. Die Formulierung im Stiftungsvertrag fand unterschiedliche Interpretationen.

Mit Birgit Höppl fand Schmid schließlich eine Kunsthistorikerin, die das Haus bis 2007 leitete. Für Ausstellungen jedoch war all die Jahre zu wenig Geld da. Für Höppl Anlass, das Haus zu verlassen. Erst danach wurde zwischen Stadt und Stifter die neue Lösung gefunden. Annette Scholl folgte Höppl nach und blieb bis 2009.

Stellenwert gefunden

Trotz aller finanzieller Nöte konnten meist dank Sponsoren in den zehn Jahren Künstlerhaus viele bemerkenswerte Ausstellungen stattfinden. 'Zum Zehnjährigen können wir stolz sein auf das Haus, weil es auch künstlerisch seinen Stellenwert gefunden hat', sagt Jürgen Schwarz, Vorstandsmitglied in der Kunst- und Kulturstiftung. Künstler, wie zuletzt Benjamin Bergmann, schätzten die speziellen Möglichkeiten, die das Haus biete.

Das Haus sei für Künstler auch eine Herausforderung: 'Der Ziegel spricht ganz einfach mit', sagt Maya Heckelmann. Dies ergebe oft interessante Spannungsfelder zwischen Kunst und Architektur.

Mit der Ausstellung 'Highlights im Abseits – Von Herbert Achternbusch bis Peter Zeiler' ab 3. März begeht das Künstlerhaus Marktoberdorf (etwas verspätet) sein zehnjähriges Bestehen. Gezeigt werden Werke der in den letzten zehn Jahren kuratierten Ausstellungen. Gleichzeitig wird im Altbau eine Auswahl der Sammlung des Hauses vorgestellt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag jeweils von 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr.

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