Sitzung
Kraftisried geht auf Konfrontationskurs

«Das nenne ich Salamitaktik», sagte Kraftisrieds zweiter Bürgermeister Ludwig Brenner zum Vorgehen der Antragsteller von zwei Windkraftanlagen in Wildpoldsried. Alle paar Jahre würden dort im Bereich des Haarbergs jeweils neue Windräder beantragt - und als sogenannte privilegierte Maßnahmen von der Gemeinde Wildpoldsried umgehend genehmigt. Jedes Mal erhöhten sich deren Ausmaße sowohl in der Anlagenhöhe als auch im Rotordurchmesser. Jetzt wurden wieder um 30 Meter höhere Windräder beantragt. Sie ragten 130 Meter hoch in die Landschaft und hätten riesige Rotoren.

«Von allen unerwünschter Windpark entsteht»

Auch Bürgermeisterin Jutta Breitenmoser ging auf Konfrontationskurs. Nach ihren Worten entspreche der erneute Antrag nicht der Landesplanung. Nunmehr entstehe doch noch ein von allen unerwünschter Windpark. Zudem kämen die beiden neuen Anlagen nur etwa 70 Meter von der Gemeindegrenze entfernt zu stehen. Selbst das Landratsamt Ostallgäu fordere einen Mindestabstand von 500 Metern. Rathauschefin Breitenmoser verwies auf die massive Beeinträchtigung der eigenen beiden Windräder in Nähe der Fenle-Alm, die durch die «Riesenräder» negativ beeinflusst würden.

Das Gremium war sich darin einig, dass endlich ein Gesamtkonzept für Windkraftanlagen erstellt werden müsse. Dabei seien auch die Maßnahmen zum Schutz von Fledermäusen zu beachten. Nach jetziger Angabe in den Antragsunterlagen sollen während der Kinderstube der seltenen Flattertiere die beiden Anlagen abgeschaltet werden. «Das glaubt doch niemand, dass die Windräder sechs Wochen abgestellt werden», kommentierte die Gemeindechefin. Nach einstimmigem Beschluss des Gemeinderats erhält die Nachbargemeinde Wildpoldsried eine ablehnende Antwort aus Kraftisried.

Augenmerk auf Deckung außerordentlicher Ausgaben

Mit dem Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung 2007/2008 befassten sich die Räte und erwarteten von VG-Geschäftsführer Richard Scheuch Hinweise zur künftigen Handhabung. Besonders sollte der Rat sein Augenmerk auf die jeweilige Deckung von außerordentlichen Ausgaben legen. Dabei könne diese Deckung auch durch eine interne Verrechnung oder zeitliche Verschiebung gegeben sein. Auch Mehreinnahmen von Steuern oder Zuschüssen könnten herangezogen werden. Um fehlenden Beschlussfassungen künftig aus dem Weg zu gehen, will Bürgermeisterin Breitenmoser schon in der Tagesordnung darauf hinweisen, wenn eine Beschlussfassung ansteht.

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