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Klimawandel in den Kommunen

Erdöl, Kohle und Gas: Rund 175 Millionen Euro werden im Ostallgäu pro Jahr für fossile Brennstoffe ausgegeben - rund 1300 Euro je Einwohner. Diese Schätzung legte Dr. Hans-Jörg Barth vom Allgäuer Energiezentrum (EZA) den 45 Bürgermeistern aus dem Landkreis auf den Tisch. Mit Unterstützung von Landrat Johann Fleschhut warb Barth dafür, dass die Gemeinden lokale Klimaschutzkonzepte erstellen und damit die Energiekosten für sich und ihre Bürger senken. Für derartige Konzepte, so Barth, gibt es derzeit 65 Prozent Zuschuss vom Bund - allerdings nur, wenn bis 31. März ein Antrag gestellt ist.

Barth erläuterte bei der Bürgermeisterbesprechung in Marktoberdorf das Vorgehen. Für ein Klimaschutzkonzept werden eine CO2-Bilanz der Gemeinde erstellt, der Ist-Zustand analysiert und das Einsparpotenzial eingeschätzt. Auf dieser Grundlage erstellt die Gemeinde ein Aktionsprogramm. Dieses kann den Austausch energiefressender Heizungspumpen ebenso umfassen wie Bildungsarbeit im Kindergarten, die Schulung von Hausmeistern oder ein Unternehmernetzwerk für Energieeffizienz. Festgestellt wird aber auch, in welchen Baugebieten besonders hohes Einsparpotenzial vorhanden ist. Damit kann dort gezielt die Wärmedämmung von Gebäuden oder der Bau effektiverer Heizanlagen forciert werden.

Innerhalb der Gemeinden, so Barth, sollen dann Arbeitsgruppen, in denen örtliche Handwerker, Energieexperten, Vertreter der Gemeinde und engagierte Bürger zusammenwirken, die Projekte voranbringen. Die EZA sieht die Maßnahmen auch als positives Standortmarketing und örtliches Konjunkturprogramm. Die Kosten für das Konzept liegen je nach Gemeindegröße bei 20000 bis 30000 Euro, wobei laut Fleschhut auch VG-weite Konzepte möglich sind. Die Gemeinden müssen dabei selbst lediglich 35 Prozent beisteuern. Barth bot an, dass EZA-Vertreter in die Gemeinderatssitzungen kommen, damit bis Ende März entsprechende Anträge gestellt werden können.

Bei Bebauungsplänen stärker auf Klimaschutz achten

Landrat Fleschhut sieht die örtlichen Konzepte auch als Beitrag zur Klimaschutzresolution des Landkreises. Dieser strebt an, dass bis 2020 mindestens die Hälfte der im Ostallgäu verbrauchten Energie (Wärme und Elektrizität) aus erneuerbaren Quellen kommt. Vor diesem Hintergrund soll der Klimaschutz auch bei der Aufstellung von Bebauungsplänen mehr Gewicht erhalten. Zudem müsse man sich unterhalten, wo im Ostallgäu weitere Windkraftwerke und Freiflächen-Solarstromanlagen möglich und erwünscht seien. Diese Themen wolle man auch bei einer Ostallgäuer Klimaschutzkonferenz vertiefen, die für den 25. Februar geplant ist.

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