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Kirchenchor Unterthingau tritt zum Abschied von Pater Jakob in Ottobeuerer Basilika auf

Der Kirchenchor Unterthingau ist ein gern gesehener Gast bei den Samstagskonzerten in der Basilika Ottobeuren. Im Gegenzug wirkte nun der dortige Organist Adalbert Meier bei einem Kirchenkonzert in Unterthingau mit.

Überwiegend zeitgenössische Stücke standen auf dem Programm des Chores: der ruhig fließende Sommarpsalm des Schweden Waldemar Ahlen etwa oder beinahe volkstümlich klingende Sätze von Gerhard Rabe und Lorenz Maierhofer, aber auch moderne Gottesdienstlieder von Klaus Heizmann und spannungsreiche Stücke des Ungarn Laszlo Halmos.

Gute Stimmkultur

Auf eine Reise nach Afrika führte der Chor seine zahlreichen Zuhörer mit dem rhythmischen << Siyahamba >>. Und weiter nach Amerika mit den Gospelsongs << I want to go to heaven >> und dem bekannten << Heaven is a wonderful place >>. Der Chor gefiel durch seine gute Stimmkultur, die von regelmäßiger und fachkundiger Stimmbildung zeugt. Er punktete mit sauberer Intonation, feiner dynamischer Gestaltung und << Stütze >> bis ins pianissimo.

Zudem verfügt er über ein ausgewogenes Verhältnis Frauen- zu Männerstimmen und hat in seinen Reihen respektable Solisten. So war es ein Genuss, dem Chor unter der Leitung von Willibald Reichart zuzuhören.

Meisterliches Orgelspiel

Ein Genuss war es auch, dem meisterlichen Orgelspiel Adalbert Meiers zuzuhören. Der bekannte Organist, der in Ottobeuren bereits mehrere Millionen an Spendengeldern erspielt hat, spielte die Toccata in G von Dubois heiter, mit seidigen Streicherpfeifen und kräftigem Finale. Das Rondo in D von Mozart geriet ihm tänzerisch köstlich, fast als würde eine Spieluhr ablaufen. Ein Ohrenschmaus auch das Rondeau von Antonio Diana, das klang wie aus einer Rossini-Oper entsprungen, feurig, dramatisch und südländisch.

Höhepunkt des Konzertes war das gemeinsam mit dem Organisten musizierte << Die Himmel erzählen die Ehre Gottes >> aus dem Oratorium << Die Schöpfung >> von Haydn. Hier schlug auch die große Stunde der Solisten Maria Rist (Sopran), Johann Linder (Tenor) und Hermann Huber (Bass).

Die Zuhörer hatten fast den Eindruck, als hätte sich auf der Empore ein sinfonischer Chor mit entsprechendem Orchester versammelt, so pracht- und kraftvoll füllte der Klang den Kirchenraum.

Im Schwunge der Begeisterung fiel es dem Chor schwer, gleich danach wieder zu den ruhigen, fast meditativen Klängen des romantischen Abendlieds von Rheinberger << herunterzukommen >>. Dies blieb allerdings der einzige kleine Kritikpunkt in dem überaus gelungenen Konzert.

Als Abschiedsgeschenk für den scheidenden Pater Jakob stimmten Chor und Zuhörer << Großer Gott, wir loben dich >> an und Adalbert Meier improvisierte darüber: Er nahm der majestätischen Hymne jede Art von Schwere, packte ein wenig Mozart und ein wenig << Moll >> hinein.

Er zeigte den Zuhörern eine tänzerische Seite des beliebten Kirchenliedes auf, die die Strophe vom Loblied der Kerubim und Serafinen mitsangen.

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