GEMA
Kindergärten halten sich zurück

Damit Komponisten zum Lohn für ihre Arbeit kommen, treiben die Verwertungsgesellschaft GEMA und die VG Musikedition bei den Nutzern Gebühren ein. Jeder Sänger, jeder Instrumentalist, der öffentlich auftritt, ist davon betroffen. Ein Aufschrei der Empörung aber ging durchs Land, als nun auch Kindertagesstätten (Kitas) diese Gebühr bezahlen sollten. Auch in Marktoberdorf stieß diese Forderung auf Entrüstung, wie Wolfgang Wieder sagt, der für den Bereich Kitas bei der Stadt Marktoberdorf zuständig ist. Er hofft nun, dass bald eine Lösung gefunden ist. Vorerst aber würden keine zeitgenössischen Kinderlieder kopiert oder öffentlich aufgeführt. Denn keine der Kindergartenleitungen sei bereit, über 50 Euro aus ihrem Jahresetat für eine jährliche Gebühr zu bezahlen.

«Wir arrangieren uns jetzt so», spricht er für die Kindergärten. Aber von Verständnis für diese neue Forderung sei überhaupt nichts zu spüren. Am liebsten wäre ihm, so Wieder, wenn alles beim Alten geblieben wäre. Jahrzehnte seien die Gebühren kein Thema gewesen. «Und jetzt kommt das so ungut daher.»

Derzeit laufen Verhandlungen von GEMA und Sozialministerium über einen Pauschalvertrag. So wie er zum Beispiel bereits für Schulen besteht: Das Land Bayern bezahlt die Gebühr pauschal, die einzelnen Bildungseinrichtungen müssen sich darum nicht kümmern und nichts berappen. So werden die Interessen der Urheber von Musikwerken an leistungsgemäßer Vergütung gewahrt und gleichzeitig wird den Einrichtungen die Möglichkeit eröffnet, Kopien zu fertigen.

Sonderregelung für Verbände

Ähnlich läuft dies bei den Laienchören, die sich in der Regel Verbänden angeschlossen haben. Wie Jürgen Schwarz vom Präsidium des Chorverbands Bayerisch-Schwaben erläutert, sind über die Mitgliedschaft alle GEMA-Gebühren abgedeckt, denn auch der Deutsche Chorverband hat einen Pauschalvertrag mit der GEMA. Die Konzerte müssten lediglich fristgerecht gemeldet werden. Pro Mitglied und Jahr liege der Beitrag der Chöre im Jahr bei rund 1,50 Euro. Ohne diesen Pauschalvertrag oder die Mitgliedschaft liege der Beitrag für ein Konzert schnell bei 500 bis 600 Euro.

Ähnlich läuft es bei dem Musikkapellen: Auch ihr GEMA-Beitrag ist über ihren Mitgliedsbeitrag abgedeckt, den sie an den Allgäuer-Schwäbischen Musikbund bezahlen, erläutert der Vorsitzende der Stadtkapelle, Wolfgang Friedl.

Anders ist es bei einem Fest, wie es der Schottenclub jährlich veranstaltet. «Der Schottenclub wird als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) als Firma behandelt», sagt Mitorganisator Klaus Fischer. 1500 Euro fallen da zum Beispiel für die jüngst abgehaltene Schottenparty an. «Da spielt es keine Rolle, dass der Erlös anschließend für gute Zwecke gespendet wird.»

 

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