Klinikschließung
Kein Personal - Innere Medizin in Marktoberdorf schon ab November dicht

Bereits zum Monatsende stellen die internistischen Abteilungen in den Krankenhäusern Obergünzburg und Marktoberdorf ihren Betrieb ein und nehmen keine neuen Patienten mehr auf. Dies bestätigte das Klinikunternehmen Ostallgäu-Kaufbeuren. Ursache dafür ist auch Personalmangel, der ein "kontrolliertes und, strukturiertes Handeln" nötig mache, wie es Vorstandsvorsitzender Ludwig Lederle ausdrückt. Denn aufgrund der öffentlichen Debatte verfügte die Innere in Marktoberdorf nur noch über drei Assistenzärzte, auch das Pflegepersonal wurde knapp. Daher empfahlen die Ärzte die baldige Schließung, so Lederle.

Abstimmung mit Füßen

'Der Startschuss für die Umstrukturierung der Kliniken ist somit gefallen', heißt es vom KU. Dabei war es wohl eher eine Abstimmung mit den Füßen – vonseiten des Personals. Bestätigt wird dies auch aus Kreisen der Personalvertretung. Vor allem junge Assistenzärzte hätten aufgrund der Diskussionen und drohender niedriger Tarife keine Zukunft mehr in Marktoberdorf gesehen, heißt es.

Einige nutzten daher Angebote, an andere Kliniken zu wechseln. Für den Betrieb einer Hauptabteilung seien mehr als fünf Assistenzärzte nötig. In Marktoberdorf sei nur noch die Hälfte unter Vertrag gewesen. Ähnlich sei die Situation in Obergünzburg.

Zunächst gab es Pläne, die Abteilung mit weniger Patienten und Personal noch einige Monate weiterzuführen. Doch das misslang, auch wenn – zumindest in Marktoberdorf – dafür ausreichend Patienten vorhanden waren.

Beim Pflegepersonal ist die Situation nicht wesentlich besser. Nun machte dies die vorgezogene Schließung der beiden Abteilungen nötig, so ein Insider. Er meint aber auch, dass sich die Mitarbeiter wenig Sorgen machen müssen: 'Das frei werdende Personal wird dringend in anderen Häusern gebraucht.'

Fest steht nun auch der Zeitplan für einige weitere Änderungen:

  • Als Ausgleich wird eine internistische Notaufnahme in Marktoberdorf von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr angeboten, in Obergünzburg gibt es werktags von 8 bis 16 Uhr eine 'prästationäre Ambulanz'.
  • Die stationäre Versorgung der Wundpatienten wie auch die Versorgung der allgemeinchirurgischen Patienten findet bis Ende Januar in Marktoberdorf statt. Ab Februar werden Wundpatienten stationär in Kaufbeuren durch Dr. Michaela Knestele und ihr Team versorgt. Stationäre allgemeinchirurgische Patienten werden dann in Kaufbeuren aufgenommen.
  • Die Zusammenführung der urologischen Belegabteilungen aus Marktoberdorf und Kaufbeuren ist zum 1. Januar 2012 vorgesehen.
  • Startschuss für das Endoprothetikzentrum Obergünzburg ist der 1. Januar. Bis dahin wird sukzessive die gesamte verlagerbare Endoprothetik in Obergünzburg gebündelt.

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