Schützenstraße
Kein Parken auf Privatgrund ndash Marktoberdorfer Stadtrat sucht nach Lösung

Mit seinem Wunsch, in Marktoberdorf im Dreieck zwischen Froelichstraße, Genovefa-Brenner-Platz und Schützenstraße Wohnen und öffentliches Parken zu kombinieren, ist der Stadtrat auf Ablehnung bei den Bauinteressenten gestoßen. Sie bevorzugen, so hat es ein Gespräch der Verwaltung mit den Betroffenen ergeben, eine rein private Wohnbebauung. Das wiederum gefiel der Mehrheit im Gremium nicht. Die Folge: Alle Varianten, die Andreas Brockof vom Würzburger Planungsbüro Schirmer vorstellte, fanden kein Gefallen. Das bedeutet für die Bauherren, dass ihre Projekte vorerst auf Eis liegen, und für den Rat, dass er sich mit dem Thema in seiner Sitzung im Mai noch einmal befassen muss.

Seinen Ursprung hatte die ganze Diskussion darin, dass zwei Bauherren Häuser errichten wollten, die vom Aussehen her dem Stadtrat nicht gefielen. Deshalb wurde eine Veränderungssperre mit dem Ziel erlassen, für diese Fläche einen Bebauungsplan aufzustellen.

An der Stelle des vor Jahren abgebrannten Hauses am Brenner-Platz soll ein Neubau eine sogenannte Raumkante und so eine optische Begrenzung bilden. Für eine andere, an der Schützenstraße gelegene Fläche, die als privater Parkplatz mit 13 Stellflächen genutzt wird, hatte der Rat überlegt, ein Wohnhaus einschließlich einer öffentlichen Parkmöglichkeit in Form einer halb versenkten Tiefgarage zu schaffen. Bei den Eigentümern stieß das nicht auf Gegenliebe. Sie wollen öffentliche Stellplätze auf öffentlichem Grund wissen.

Dabei stellte sich den Stadträten die Frage, wie die am besten unterzubringen sind, zumal die bisherigen am Genovefa-Brenner-Platz wegfallen werden, um das Areal dort aufzuwerten. Andreas Brockof hatte ihnen dazu den Vorschlag unterbreitet, die Autos in der Froelichstraße statt parallel zu den Grundstücken künftig quer abzustellen. Das schaffe 24 Stellplätze.

Denkbar sei, den Bürgersteig aufzugeben und die Straße als gemeinsame Fläche für Autofahrer und Fußgänger auszuweisen. Besonders dieser Punkt war umstritten. Die Gegner sahen Radfahrer und Fußgänger gefährdet; die Befürworter betonten, angesichts des geringen Verkehrs sei es dort gut machbar.

Trend erkennbar

Ein Gehweg sei für Fußgänger wichtig, lautete ein Argument gegen eine Mischfläche. Wenn jedoch die Grundstückeigentümer mit ihren Autos über den Gehweg fahren müssen, um auf die Straße oder in die Garage zu gelangen, könnte das Gefahren vor allem für Kinder bergen, weil sie leicht übersehen werden könnten. Eine Lösung zeichnete sich in der Sitzung nicht ab.

Wohl aber zeigten die Abstimmungen einen Trend auf. Während der Stadtrat die Variante 'quer parken und Mischprinzip' mit 8:13 Stimmen ablehnte, waren es bei der Variante 'quer parken, Gehweg und Straße getrennt' nur 10:11. Bei allen anderen Modellen war die ablehnende Haltung größer. An der Art der Wohnbebauung wird der Rat wohl nicht mehr rütteln können.

Bürgermeister Werner Himmer bat die Fraktionen darum, sich mit dem Thema intern zu beschäftigen und ihm vor der nächsten Sitzung ein Stimmungsbild zu zeichnen. Damit wolle er eine erneute ausführliche Diskussion vermeiden. Denn Tenor war, die Bauherren trotz anderer Vorstellungen im Rat nicht weiter bei der Verwirklichung ihrer Pläne zu blockieren.

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