Tierkrankheiten
Kein Anstieg an Tierkrankheiten in Marktoberdorf

Gibt es, neben dem nun bekannt gewordenen Fall in Stöttwang, weitere Verdachtsfälle von chronischem Botulismus im Ostallgäu? Weitere Verdachtsfälle im Landkreis sind uns nicht bekannt. Gibt es solche für das Schmallenberg-Virus?

Kinkel: Im Landkreis: Nein. In Bayern gibt es fünf Fälle in Schafherden, alle in Nordbayern an der Grenze zu Hessen beziehungsweise Thüringen.

Wie wird das Schmallenberg-Virus übertragen?

Kinkel: Man nimmt an, dass es durch Gnitzen, sprich Stechmücken, übertragen wird. Sofern Symptome auftreten, sind diese eher unspezifisch (Fieber, Durchfall, Milchrückgang). Ein Anzeichen ist das vermehrte Auftreten missgebildeter Kälber oder Lämmer.

Wie wahrscheinlich ist eine Übertragung auf den Menschen?

Kinkel: Das Friedrich-Löffler-Institut als Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit geht bisher nicht davon aus, dass ein Ansteckungsrisiko besteht. Verwandte Vieren sind für den Menschen nicht ansteckend.

Besteht eine Meldepflicht?

Kinkel: Das Schmallenberg-Virus ist noch nicht in der Liste der anzeigepflichtigen Tierseuchen. Bundesweit werden aber bereits Stichproben genommen. In Verdachtsfällen und zur Beratung ist das Veterinäramt erster Ansprechpartner.

Gab es Schmallenberg-Virus und chronischen Botulismus früher auch?

Kinkel: Der sogenannte 'chronische Botulismus' wird erst seit einigen Jahren diskutiert. Das Schmallenberg-Virus wurde im November erstmals in Deutschland festgestellt. Verwandte Viren sind aus Afrika, Asien und Australien bekannt.

Treten heutzutage mehr Tierkrankheiten als zu früheren Zeiten auf?

Kinkel: Durch präventive Tierseuchenbekämpfung und Maßnahmen bei einem Verdacht oder Ausbruch sind die Folgen von Tierkrankheiten heute weit weniger gravierend. Früher für Tiere und Menschen gefährliche Krankheiten, wie Maul- und Klauenseuche, Tollwut oder Brucellose, wurden erfolgreich bekämpft.

Aber in der Öffentlichkeit ist immer mehr von Tierkrankheiten die Rede

Kinkel: Heute übliche Meldesysteme führen dazu, dass mehr Fälle überhaupt und schneller bekannt werden. Durch Tierhandel und Tiertransporte tauchen immer wieder Krankheiten auf, die zuvor nur im Ausland bekannt waren. Zudem ist das öffentliche Interesse in den letzten zehn Jahren enorm gestiegen.

Es gibt heutzutage wohl nicht mehr oder häufiger Tierkrankheiten, sie werden aber viel bewusster wahrgenommen.

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