Verkehr
Kaum Entlastung auf Marktoberdorfer Nord-Süd-Achse - Brennpunkt Bahnhofstraße

'Was müssen wir Bürger noch alles ertragen?' 'In Wohngebiete gehört kein Lkw-Verkehr.' Mit Plakaten wie diesen machten Bewohner in der Hauptsache der Bahnhofstraße, Ruderatshofener Straße und Hochwiesstraße ihrem Unmut Luft, denn sie fürchten, dass in Zukunft mehr Verkehr über diese Verkehrsadern rollen wird. Ihrer Forderung nach einer Südumgehung erteilte der Stadtrat in seiner Sitzung allerdings eine Absage. Laut Gutachten ist sie nicht effektiv genug und zu teuer. Über zwei Stunden beschäftigte sich das Gremium mit der Verkehrsplanung. Sie ist Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). In seiner Gesamtheit – es umfasst die Bereiche 'Verkehr', 'Wirtschaft, Soziales und Wohnen' sowie 'Grün' – dient es dazu, Finanztöpfe zu öffnen und Mittel für die Städtebauförderung zu erhalten.

Über den Punkt Verkehr hat der Stadtrat auch diesmal nicht entschieden, obwohl die Zeit dränge, um nicht aus der Förderung zu fallen, wie Bürgermeister Werner Himmer und Stadtbaumeister Peter Münsch erklärten.

In ihrem Kern ging die Diskussion darum, die Meichelbeckstraße eines Tages zu entlasten, den Verkehr aber nicht zu großen Teilen auf die Bahnhof- und Ruderatshofener Straße als Nord-Süd-Achse zu verlagern.

Sonst steuere die Bahnhofstraße zwischen AOK-Kreuzung und Bahnübergang auf eine Belastung von bis zu 18.000 Fahrzeugen pro Tag zu, verdeutlichte Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer.

Die immer wieder ins Gespräch gebrachte Südumfahrung nimmt nach seiner Prognose nur etwa 2000 Fahrzeuge auf und führe, reiche sie vom Pestfriedhof bis ans Gewerbegebiet Geisenried, durch den sensiblen Bereich der Wertach-Auen. Denkbar sei also eher eine Parallelstraße zum Langweg, die dann aber in Thalhofen an der Nesselwanger Straße endet.

Weitfeldstraße als Alternative

Wesentlich effektiver ist nach Einschätzung von Ulzhöfer die Verlängerung der Weitfeldstraße in Richtung Thalhofen. Sie könnte rund 5000 Fahrzeuge aufnehmen, was wiederum die Brückenstraße entlaste.

Der Haken an der Geschichte: Auch dann müsste die Wertach gequert werden. Dass es dafür eine Genehmigung gibt, hielten viele Räte für unwahrscheinlich. Also bliebe ein möglicher Lückenschluss in der Dieselstraße.

Als Dreh- und Angelpunkt der ganzen Planung stellte sich der Bau der Umgehungsstraße von Bertoldshofen sowie ein neuer Anschluss an die B 12 bei Geisenhofen heraus. 'Das ist der Schlüssel zur Entlastung. Wenn das nicht kommt, kann man vieles vergessen', sagte Ulzhöfer. Eduard Gapp (CSU) schlussfolgerte: 'Wir reden von Planungen mit Unwägbarkeiten, für die es kein zeitliches Konzept gibt.

Und darauf bauen wir die innerstädtische Verkehrsplanung auf.' Er könne dem Verkehrskonzept ohne Entlastung der Bahnhofstraße nicht zustimmen. Carl Singer (Freie Wähler) ging es ähnlich, solange der Verkehr auf andere Straßen verlagert wird und dann dort die Bewohner belastet. Auch Walter Schilhansl (CSU) sah dies so, wobei er ebenso wie Jutta Jandl (SPD) davor warnte, wieder alles zurückzudrehen.

Viel wäre schon geholfen, hieß es mehrfach – am Rande auch von Anwohnerseite –, wenn der Schwerlastverkehr reduziert wird. Denn in der Hauptsache rolle Ziel- und Quellverkehr und dabei besonders der innerstädtische Kurzstreckenverkehr über die Marktoberdorfer Straßen.

Im Januar will Bürgermeister Himmer über den Bereich 'Verkehr' beschließen lassen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen