Rettungsmission
Kapitän Reisch hält Vortrag über Seenotrettung in Marktoberdorf

Kapitän Reisch.
  • Kapitän Reisch.
  • Foto: Gerlinde Schubert
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Die Flucht übers Mittelmeer riechen, hören und sehen lassen wollte Claus-Peter Reisch das Marktoberdorfer Publikum in seinem Vortrag in der Buchhandlung Osiander. „Das Meer der Tränen“ nennt der Landsberger Kapitän des Seenotrettungsschiffes Lifeline und des Bootes Eleonore sein Buch, das er über seine Rettungs-Mission im Mittelmeer geschrieben hat und am Montagabend vorstellte. Das Elend und die Verzweiflung der Flüchtlinge, die der 58-Jährige darin beschreibt, waren für zwei Stunden auch in der Buchhandlung greifbar.

Dort erzählte Reisch seine Geschichte: Wie er und seine Crew 2019 mit 104 aus Seenot geretteten Flüchtlingen auf gerade einmal 46 Quadratmetern an Bord einen Hafen sucht, aber überall abgewiesen wird, letztlich nach zehn Tagen auf See den Notstand ausruft, ohne Genehmigung im italienischen Hafen Pozalla anlandet und sich dafür jetzt vor Gericht verantworten muss.

Lebendig und von vielen Bildern unterstützt spricht der Mann, der schon seit 2015 das Drama nicht mehr erträgt, das sich täglich im Meer zwischen Afrika und Europa abspielt, und mit seinen Möglichkeiten eingriff. Im Raum ist es mucksmäuschenstill. Als bliebe allen die Sprache, ja der Atem weg. Die Betroffenheit, die er auslöst, zeigt sich auch am Ende, als der Kapitän und Autor Bücher signiert. Viele haben das Bedürfnis, mit Reisch ins Gespräch zu kommen, ihm Mitgefühl auszudrücken oder ihm zu danken für seinen Einsatz. Insgesamt, so Reisch, sei er sieben Missionen gefahren. Angefangen habe alles 2015, als er als mit seinem Segelschiff als Freizeitkapitän übers Mittelmeer fuhr und an den Stränden die windigen, schlecht gebauten Boote sah, mit denen die Flüchtlinge übers Wasser kamen – oder viele eben nicht, weil sie vorher untergingen und ertranken. Da entschloss er sich, sich in der Seenotrettung zu engagieren. 2017 war sein erster Einsatz. Bis 2019 hat er mehreren hundert Menschen das Leben gerettet.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Mittwochsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Marktoberdorf, vom 15.01.2020.

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