Kneipensterben
Jungbürgerversammlung in Marktoberdorf soll für mehr Klarheit sorgen

'Marktoberdorf tut viel für die Jugend', sagte Doris Rößle am Ende der Stadtratssitzung zum Klinikgutachten. Sie kommentierte damit den Flashmob vor Weihnachten und die auch überregionalen Berichterstattung. Rössle glaubt nicht, dass die Stadt 'langweilig' sei. Das gastronomische Angebot sei breit. Alleine an der Georg-Fischer-Straße gebe es neun Gaststätten. Auch wenn es ihr ums Aha leid tue und eine Disco fehle, sei die Lage nicht so dramatisch. Zudem müsse man beim Kneipenlärm die Interessen der Anlieger im Zentrum sehen. Zusätzlich gebe es breite Vereinsaktivitäten. Mehr als das vermeintlich fehlende Kneipenangebot hätte die Krankenhaussituation Aufmerksamkeit verdient.

Auch wenn sich im Rat nach Rössles Rede Unmut regte, fand keine Aussprache statt. Wir fragten die Jugendbeauftragte Dr. Andrea Weinhart und die Fraktionssprecher, wie sie das Problem bewerten.

Im Prinzip, sagt Weinhart, gebe es genug Gastronomie. 'Aber an Kneipen für junge Leute ist das Angebot dünner.' Sie hat vor allem junge Paare und Singles im Kopf, die am Wochenende ausgehen wollen. Das nun geschlossene Aha war für diese eine schöne Anlaufstelle – 'aber wirtschaftlich gesehen vermutlich keine große Goldgrube'.

Kneipenwunsch 'etwas vage'

Die Nachfrage sei zwar an Wochenenden hoch, 'auch, weil Studenten und junge Menschen, die auswärtig berufstätig sind, heimkommen'. Unter der Woche sei das Potenzial der Kneipengäste aber gering. Gerne seien sie und die Stadt bereit, an einer Verbesserung mitzuwirken, 'wenn eine Gruppe eine Idee hat und sich ein Wirt findet, der das anpackt'. Dazu müsste das Anliegen aber konkreter sein: 'Der Wunsch nach einer Kneipe ist etwas vage', sagt Weinhart. Mehr Erkenntnisse erhofft sie sich von einer Jungbürgerversammlung: Zu dieser will sie für Freitag, 27. Januar, ab 19 Uhr im Jugendzentrum auch die Flashmob-Organisatoren einladen. 'Wir haben den Termin gewählt, damit auch Studenten kommen.'

Geplant ist ein Workshop zum Thema Freizeit: Es gehe darum, herauszufinden, was junge Leute wollen. Ob sie einen Treffpunkt zum Ratschen und Zusammenhocken vermissen oder eine Disco. Getanzt werden kann auch bei der Versammlung: Im Discoraum des 'Pion' soll ein DJ auflegen. Per Brief eingeladen werden alle 15- bis 21-Jährigen. Aber nach oben hin gibt es keine Begrenzung, betont Weinhart. Jeder, der sich jung fühle, sei willkommen.

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