Kriminalität
Jugendlicher (17) soll Bub (9) in Ostallgäuer Heim missbraucht haben

Ein 17-Jähriger soll in einer Ostallgäuer Jugendhilfeeinrichtung einen neunjährigen Buben Anfang November sexuell missbraucht haben. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Die Kriminalpolizei Kempten ermittelt in diesem Fall. Zu dem Übergriff kam es laut Polizei Anfang November. Der tatverdächtige 17-jährige Heimbewohner soll sich in der Einrichtung an dem neunjährigen Kind vergangen haben, das ebenfalls das Heim bewohnte.

Einer Betreuerin erzählte der Bub Tage später von dem Vorfall, woraufhin die Frau Anzeige erstattete. Die Kriminalpolizei durchsuchte die Jugendhilfeeinrichtung. Zudem wurden neben der Staatsanwaltschaft Kempten sowohl das Jugendamt Ostallgäu als auch die Regierung von Schwaben als zuständige Heimaufsichtsbehörde über die Vorfälle unterrichtet.

Der Neunjährige wurde in einem anderen Heim im Ostallgäu untergebracht. Ob sich der Tatverdacht gegen den 17-Jährigen erhärtete, lässt sich laut Polizeisprecher Christian Owsinski nicht sagen, 'da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind'. Allerdings hatte der Jugendliche in den vergangenen Jahren wiederholt 'Kontakte zur Polizei' - jedoch ging es dabei nicht um einschlägige Straftaten.

Die Ermittlungen förderten einen weiteren Verdacht gegen den 17-Jährigen zutage: Er soll in der Jugendhilfeeinrichtung Cannabis angebaut haben. In der privat geführten Einrichtung werden Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 18 Jahren betreut, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Familie leben können.

Die Heimaufsichtsbehörde wurde über den Vorfall und die Ermittlungen vom Leiter der Einrichtung schriftlich informiert, wie der Sprecher der Regierung von Schwaben, Karl-Heinz Meyer, sagte. Der Betrieb der Einrichtung läuft weiter.

Eine ehemalige Mitarbeiterin des Heimes bezeichnete die Zustände in der Einrichtung als 'katastrophal': Kinder würden dort zu wenig zu essen bekommen, Mitarbeiter erhielten keinen Lohn. Der tatverdächtige 17-Jährige habe in dem Heim das Sagen gehabt und Regeln aufgestellt. Von derlei Vorwürfen habe man bei der Regierung von Schwaben keine Kenntnis, sagte deren Sprecher Meyer. 'Und es gibt derzeit auch keinen Anlass den Fortbestand der Einrichtung in Zweifel zu ziehen.'

Ortstermin in der Einrichtung

Nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Missbrauchs fand Anfang Dezember ein Ortstermin in dem Heim mit Vertretern der Regierung von Schwaben statt. Die Vorgänge seien reflektiert und die Einrichtung im Hinblick auf eine 'Optimierung der Abläufe' beraten worden, teilte die Regierung mit.

Dies beziehe sich vor allem auf den Umgang mit dem 17-jährigen Tatverdächtigen, der noch immer in dem Heim lebt. Konkret bedeute das: Was kann man tun, um die Aufsichtspflicht sicherzustellen und ein mögliches Gefährdungspotenzial zu minimieren?

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