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Jogger in Marktoberdorf fühlt sich von nicht angeleinten Hunden belästigt

Der Hund als bester Freund des Menschen? Für Thomas Müller nicht. Der 39-Jährige ist ein begeisterter Läufer und dreht in der Woche mehrmals auf Feld- und Waldwagen in und um Marktoberdorf seine Runden. Dort, in Feld und Wald, trifft Müller auf sein Problem: Nicht angeleinte Hunde.

'Wenn ich eine Stunde unterwegs bin, laufen drei von fünf Hunden, denen ich begegne, nicht an der Leine', sagt er. Gebissen worden ist er noch nicht. Aber angesprungen. Und angebellt sowieso. 'Ich bin kein ängstlicher Mensch. Aber das ist extrem unangenehm, weil man die Tiere nicht einschätzen kann', sagt er. Zumal, wenn Herrchen oder Frauchen nicht in der Nähe sind.

Müller sagt: 'Das nervt tierisch.' Und er fragt sich: 'Dürfen Hunde eigentlich so frei herumlaufen?' Die Antwort ist zunächst einmal: Ja, dürfen sie. Auf Marktoberdorfer Feld- und Waldwegen müssen Hundebesitzer ihre Tiere nicht anleinen, sagt der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Florian Martin. 'Wir setzen auf ein verständnisvolles Miteinander. Und darauf, dass Hundehalter wie Spaziergänger oder Jogger Rücksicht aufeinander nehmen.'

Allerdings gibt es auch in der Stadt Gebiete, wo die Leine vorgeschrieben ist. Die sogenannte Grünflächensatzung regelt, dass auf der Buchel, auf Kinderspielplätzen und Sportanlagen sowie an der Allee Hunde angeleint sein müssen. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Geahndet werden kann dies mit einem Ordnungsgeld zwischen fünf und 2.000 Euro. 'Bislang haben wir eine solche Strafe aber noch nicht erheben müssen', sagt Martin.

Das Ordnungsamt der Stadt ist die Stelle, bei der Beschwerden der Bürger eingehen. Auch über Hunde. Einmal im Monat passiert das in etwa im Schnitt, sagt Ordnungsamtsleiter Martin. Die Behörde prüft die Vorwürfe, holt eine Stellungnahme des betroffenen Halters ein. Ist die Beschwerde zutreffend und schwerwiegend, erlässt das Amt eine Anordnung. Zwei- bis dreimal im Jahr kommt das vor. Etwa, wenn ein Hund häufig unbeaufsichtigt das Grundstück verlässt und zum Beispiel vorbeifahrende Radler gefährdet. Das Amt kann dann einen Leinenzwang anordnen oder festlegen, dass der Hundebesitzer den Zaun für den Hund unüberwindbar macht.

Der Vorsitzende der Jägervereinigung Marktoberdorf, Alois Altmann, hält wenig von einem generellen Leinenzwang. 'Jeder hat freien Zugang zur Natur', sagt Altmann. Allerdings gelten auch dort bestimmte Spielregeln: 'Wenn ein Hund frei läuft, muss er auf Pfiff oder Ruf sofort gehorchen. Und das Tier darf nicht querfeldein laufen.' Hunde, die nicht folgen, gehören an die Leine, sagt Altmann. 'Das erwarte ich von den Besitzern.' Sonst könne es zu gefährlichen Situationen kommen, gerade wenn sich Hunde und Kinder begegnen.

Spricht der Jäger Altmann Hundebesitzer an, zeigten die sich meist einsichtig. 'Die Leute sind schon sehr vernünftig', sagt er. Und so hofft Altmann auch, dass möglichst viele Hundehalter seiner Bitte folgen und ihren Vierbeiner an der Leine führen, wenn sie derzeit im Wald unterwegs sind. Der Grund: Viele Tiere haben Nachwuchs und brauchen in dieser Zeit besonders viel Ruhe.

Pro- und Contra-Kommentare von den AZ-Redakteuren Dirk Ambrosch und Felix Blersch zum Leinenzwang lesen Sie .

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