Statistik
Jahresbilanz auf dem Arbeitsmarkt «fast schon sensationell gut»

Als «fast schon sensationell gut» bezeichnet Erika Weber, Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur, die Dezember-Erwerbslosenquote im Raum Marktoberdorf. Sie stieg leicht von 2,6 im November auf 2,7 Prozent (Dezember 2009: 3,4 Prozent). Die absolute Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Dezember zwar von 662 auf 698. Was für einen Wintermonat aber nur eine marginale Zunahme darstellt. Zumal Marktoberdorf damit erneut Spitzenreiter im Bezirk der Agentur Kempten ist.

Trotz der üblichen, saisonal bedingten Entlassungen in Außenberufen wie Maler oder Maurer rechnet Erika Weber auch für Januar nicht mit einem größeren Anstieg der Arbeitslosigkeit: «Bis jetzt sind die Zugänge recht verhalten.» Der nach wie vor guten Auftragslage in Bau und Handwerk sei Dank.

Vielmehr ist - dem bundesweiten Trend entsprechend - die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften im Dezember nochmals stark gestiegen. Das schlägt sich im mittleren Landkreis Ostallgäu in der Zahl der offenen Stellen nieder, über die sich Geschäftsstellenleiterin Weber freut. So wurden im Dezember 2010 122 Stellen angeboten - 13 mehr als im November, 40 mehr als im Vorjahresmonat.

Und dabei liegt der Stellenschwerpunkt eben bei Bau und Handwerk. «So schnell kriegt man zurzeit keinen gelernten Handwerker», bemerkt Weber. Bei Lehrberufen wie Boden- und Fliesenleger, Spengler und Klempner drohten den Firmen Personalengpässe. Wer im nächsten Jahr eine Lehrstelle suche, sei deshalb gut beraten, sich in diesem Bereich umzusehen.

Ebenfalls sehr gefragt sei Personal in der Alten- und Krankenpflege. Zusammen mit dem Roten Kreuz fördert die Agentur für Arbeit Weiterbildungen in diesem Sektor. «Zum Beispiel werden Qualifizierungen zum Pflegehelfer oder zur Demenz-Betreuungsfachkraft finanziell unterstützt», so Weber.

Wie sie betont, zieht sie für den Arbeitsmarkt in Marktoberdorf und Umgebung übrigens auch eine «rundum positive Jahresbilanz». Nicht zuletzt deshalb, weil die Region nicht ganz so stark unter der Wirtschaftskrise zu leiden hatte wie etwa der Raum Füssen. Auch das schlägt sich in harten Zahlen nieder: Im Raum Füssen waren noch im Februar 2010 6,6 Prozent der Menschen arbeitslos, im Raum Marktoberdorf «nur» 4,1 Prozent. «Und schon ab April hatten wir in Marktoberdorf wieder eine Drei vor dem Komma, seit Oktober sogar eine Zwei», so Weber.

Erfreulich findet sie es auch, wie gut die Ausbildungssuchenden versorgt werden konnten: Zum Stichtag 30. September habe es nur noch «eine Handvoll Jugendliche» gegeben, die ohne Lehrstelle dastanden. Daran will die Arbeitsagentur heuer anknüpfen: «Wir wollen, dass alle Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, auch eine bekommen.»

Auch die Jahresquote ist spitze

Ob auch in Marktoberdorf 2010 so viele Menschen in Lohn und Brot waren wie nie zuvor, wie es das Statistische Bundesamt für ganz Deutschland berechnet hatte, weiß Weber nicht: «Darüber liegen mir keine Zahlen vor. Die gute Arbeitslosenquote würde aber dafür sprechen.» Mit einer durchschnittlichen Jahresquote von 3,2 Prozent ist die Geschäftsstelle Marktoberdorf übrigens auch in der Jahresbilanz Spitzenreiter innerhalb der Agentur Kempten.

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