Heimatverein Marktoberdorf: Damit Geschichte lebendig bleibt

Die Wahlen beim Heimatverein Marktoberdorf verliefen an sich kurz und knapp: Der alte Vorstand wurde in seinen Ämtern bestätigt, lediglich Kassier Wolfgang Heckel gab sein Amt an Angelika Gapp ab. Da diese bisher Kassenprüferin des Vereins war, tauschten beide die Funktionen. Der Wahl vorausgegangen war allerdings eine lange Zeit des Suchens: Vorsitzender Hans Zacherl hätte gern ebenso wie ein Teil seiner Mitstreiter in den 'Vorstandsruhestand' gegangen. Trotz monatelanger Bemühungen war es nicht gelungen, Kandidaten für die Nachfolge zu finden. Das hohe Durchschnittsalter der Mitglieder und Nachwuchsmangel spielten wohl eine Rolle. Letztendlich entschloss sich Zacherl , doch noch eine Amtsperiode anzuhängen.

Seit der letzten Hauptversammlung 2008 war der Verein in vielen Bereichen aktiv. Emilie Eigler erinnerte an die zahlreichen Ausstellungen im Stadtmuseum, von denen besonders die über historische Musikinstrumente sehr erfolgreich gewesen war.

Winfried Frischmann, der demnächst sein '30-Jähriges' als 'Chef' und Motor des Hartmannhauses feiert, hat sich laut seinem Bericht hauptsächlich mit den Stadeln beschäftigt, von denen der kleinere neu gebaut wurde. Er habe sie mit gesammelten Geräten, Maschinen und Wägen bestückt, die er vorher restauriert und mit Originalfarben angemalt hat. Sein derzeitiges Sorgenkind ist der Göppel, für den ihm noch Teile fehlen.

Auch Zacherl zählte eine lange Liste auf. Während der Öffnungszeiten des Stadtmuseums, des Hartmannhauses und zu den Museumsnächten waren die Mitglieder über 300 Stunden pro Jahr ein Einsatz. Der Heimatverein pflege alte Bräuche wie das Marientragen und das Kräuterboschenbinden, die sonst wohl aussterben würden. Er kümmere sich auch um die Kindle- und die Wendelinskapelle sowie den Pestfriedhof. Zacherl bat um weitere Unterstützung, weil es an Nachfolgern fehle.

Zudem gebe der Heimatverein jährlich den Heimatbrief und immer wieder Heimatblätter heraus, die einen Teil der Marktoberdorfer Geschichte beleuchten. Er bringe sich aber auch aktiv in die Stadtentwicklung ein, etwa mit seinem Antrag, einen Genovefa-Brenner-Platz in der Stadt zu widmen.

Sehr oft fiel der Name von Josef Köpf, dem 'guten Geist'. Ob beim Stadelbau am Hartmannhaus oder bei der Pflege der Kindle-Kapelle: Er sei immer zur Stelle, wenn er gebraucht werde. Ihm zu Ehren heiße der neue Stadel 'Josefstadel'.

Anschließend hatten die Vereinsmitglieder viel Freude an einem Vortrag von Herbert Eigler zum Thema 'Buchelgeheimnisse'. Von der Eiszeit bis heute reichten seine Geschichten. Mit alten Plänen und Schwarzweißfotografien machte er die Vergangenheit wieder lebendig, so etwa die Buchelquellen, ein alter Bierkeller, das Fiasko beim Neubau der Wendelinskapelle 1907, das Hexenhäusl, die Waldfeste des Turnvereins, der Kundgebungsplatz der Nazis, der Sturm Wiebke: Vieles hat auf der Buchel Spuren hinterlassen, denen Eigler nachspürte.

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