Redaktionsgespräch
Grünen-Landeschefin Theresa Schopper tritt bei Landtagswahl 2013 in ihrer Heimat auf gutem Listenplatz an

'Da wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen', meint Theresa Schopper zur Frage, ob sie im Herbst 2013 als Direktkandidatin für das Ostallgäu für die Grünen in den Landtag einziehen wird. 'Deutlich ausbaufähig' seien die Stimmenanteile aber, die sie als Landesvorsitzende der Grünen mit nach München nehmen wolle.

Doch auch ohne Mehrheit im Ostallgäu gilt ihre Wahl als relativ sicher: "Ich werde auf Platz eins in Schwaben kandidieren." Dafür gebe es allerdings keine Garantie, denn bei den Grünen gebe es "intensive Listenparteitage", meint Schopper, die seit 1994 mit Unterbrechung für die Münchner Grünen im Landtag sitzt, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die grüne Frontfrau zeigt Präsenz im Ostallgäu, seit im Dezember bekannt wurde, dass die gebürtige Füssnerin 2013 vom Ostallgäu aus ein Mandat erringen will. Bei einer Weihnachtsfeier habe jemand nach einem Glas Wein die Nachricht vorzeitig ausgeplaudert, die Zeitungen griffen die Neuigkeit auf, erinnert sich Schopper.

Auf diesem Wege erfuhr auch Dr. Ursula Schuster vom Kreisvorstand der Grünen davon. 'Die Stimmung an der Basis war zunächst sehr gemischt', blickt Schuster zurück. Doch mittlerweile sehe sie die Vorteile.

'Das Herz geht auf'

Die Idee zur Kandidatur reifte seit Herbst. Nach dem Tod ihrer 'Mama' in Füssen entstand der Wunsch, dorthin zurückzukehren, wo Schopper aufgewachsen ist. Wenn die 50-Jährige von München kommend den Säuling erblicke, 'geht mir einfach das Herz auf.' Strategische Überlegungen, wonach Schopper eher die ländlichen Grünen bedienen soll und sich Fraktionschefin Margarete Bause um die Städte kümmert, hätten anfangs keine Rolle gespielt.

Inzwischen gewinne dieser Aspekt an Bedeutung, denn Schopper selbst sieht sich keinesfalls als 'Stadtpflanze'. Sie hat sich auch mit den lokalen Themen vertraut gemacht. Als Gesundheitspolitikerin kenne sie die Klinikdebatte im Ostallgäu als besonders problematisches Beispiel. Sie versteht die Sorge um die ortsnahe Grundversorgung.

Doch man könne sich nicht überall die beste Ausstattung leisten. 'Die Patienten stimmen mit den Füßen ab und gehen dorthin, wo sie die beste Qualität erwarten', erklärt sie. Weiteres Potenzial sieht sie bei der Windkraft. Doch ein Windrad vor Neuschwanstein sei auch für sie undenkbar. Hier müsse man Belange von Naturschutz und Kulturdenkmälern abwägen. Dennoch seien mehr Windradstandorte zu finden.

'Wenn Seehofer kommt, macht er gerne große Versprechen', meint sie zur Zusage des Ministerpräsidenten, die B 12 im Allgäu autobahnähnlich auszubauen. Der Bundesverkehrswegeplan sei 'hoffnungslos überfrachtet', hält sie dies für nicht bezahlbar. Ohnehin reiche der dreispurige Ausbau aus. Hingegen wünscht sie sich, die Bahnlinie nach Füssen zu verbessern.

Schopper zeigt sich zuversichtlich, dass nach der Wahl vier bis fünf schwäbische Grüne im Maximilianeum sitzen. Damit wären auch die Mandate der drei bisherigen Abgeordneten nicht gefährdet. Zudem stünden die Chancen für einen Regierungswechsel so gut wie noch nie. Denn die CSU kalkuliere mit '40 plus X Prozent', die FDP demontiere sich selbst.

Damit gebe es für Grüne, Freie Wähler und SPD voraussichtlich eine Mehrheit. Wo unter einem erhofften SPD-Ministerpräsidenten Christian Ude ('veritabler Kandidat') der Platz der Grünenchefin sein werde, lässt sie offen: 'Ich bin da altmodisch. Erst wenn wir den Erfolg in der Tasche haben, geht es um die Posten.'

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