Porträt
Für Violetta Khachikian ist die Klavierakademie ein weiterer Baustein in ihrer vielversprechenden Karriere

Bereits 2004 fiel die Armenierin Violetta Khachikian auf, als sie erstmals mit einem Schwarm St. Petersburger Musikstudenten beim Hochbegabtenseminar an der Musikakademie erschien. Der leuchtende Ton, die strukturelle Klarheit und auch der wilde Furor ihrer Chopin- und Rachmaninow-Interpretation bezauberten. Jahr für Jahr kehrte sie wieder zurück zu den Klavierlektionen bei Willem Brons und entpuppte sich mit Ravel oder Debussy, mit Skrjabin und Prokofieff als zunehmend fesselnde Pianistin. Tatsächlich entwickelte sich dieses Seminar für die zierliche Russin aus Krasnodar zu einer Art Sprungbrett. So war sie gerade zu einer Masterclass bei Professor Brons in Amsterdam eingeladen. Jetzt gehört sie zu den vier ausgewählten Teilnehmern von Janina Fialkowskas 2. Internationaler Klavierakademie in Marktoberdorf.

Damit ergänzt die Musikakademie ihre Hochbegabtenförderung um einen wesentlichen Baustein, diesmal auf höchstem Niveau für Klaviertalente auf dem Absprung in eine Weltkarriere. Die heute 29-jährige Violetta Khachikian liebt mittlerweile diesen Platz. Sie freut sich auf die neuen Anregungen und auf ihren abendlichen Konzertauftritt, bei dem sie eine ganze Stunde gestalten kann. Sie sehnt sich nach Auftrittsmöglichkeiten und sucht den Kontakt zum Publikum, das sie mit ihrer künstlerischen Botschaft gewinnen will.

Täglich fünf Stunden üben

Darauf hat sie lange Jahre gewartet, Jahre mit täglich fünf Stunden üben, in denen sie ihre Technik und Interpretation anlegte. Die Erfolge stellten sich ein: Helsinki, Glasgow und 2009 der große Durchbruch beim Internationalen Klavierwettbewerb Bremen, bei dem sie sämtliche Preise samt Publikumspreis gewann. Westliche Zuhörer assoziieren mit ihr gern die russische Seele und das romantisch-brillante Repertoire.

Doch dafür ist Violetta Khachikian viel zu offen und neugierig. Sie entdeckt gerade das in Russland wenig gespielte Barockfach, Bach und Scarlatti. Deshalb lernt sie jetzt auch Deutsch und zieht von St. Petersburg nach Lübeck. Konstanze Eickhorst, Vorsitzende der Bremer Jury, holt sie in ihre Meisterklasse. Das bezeichnet Violetta als << joyful way >>.

Reisen und Entdecken gehören für sie zum Pianistendasein - und sie fühlt sich auch schon ein bisschen als strahlender musikalischer Weltbürger.

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