Hegeschau
Friedlicher Umgang beschworen - In Marktoberdorf sind Jäger um Harmonie bemüht

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Konfliktreich ist das Themenfeld um Jagd und Wald schon lange. Unterschiedliche Interessen kommen hier zusammen. Wo Waldbesitzer und Landwirte gerne höhere Abschusszahlen hätten, um Verbiss an Bäumen oder Schäden an Feldern zu minimieren, steht für Jäger der Erhalt der Tierpopulation im Vordergrund. Und wo Bürger vermehrt auch nachts die Wälder für Aktivitäten wie Schneeschuh- oder Fackelwanderungen nutzen, fürchten Jäger um den gewohnten Futterrhythmus der Tiere.

Auf der Hege- und Naturschutzschau der Jägervereinigung Marktoberdorf am Samstag herrschten dennoch harmonische Töne, auch wenn die Redner zum Teil aus verschiedenen Interessengruppen kamen. Eine Geweih- und Trophäenschau bildete den Rahmen der sehr gut besuchten Veranstaltung.

,'Ich bin in einer heilen Welt'

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Hauptreferat von Prof. Dr. Jürgen Vocke (München), Präsident des Jagdverbandes Bayern. Gleich zu Beginn stellte Vocke die Lage in der Region als sehr entspannt dar. 'Ich bin in einer heilen Welt', sagte er. Nicht nur in anderen Landkreisen, vor allem auch in anderen Bundesländern funktioniere die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Interessengruppen oft schlechter als hier.

Andere Redner stießen ins selbe Horn: So forderte etwa Jagdberater Christian Löwenmuth (Marktoberdorf) auf, sich an den bevorstehenden forstlichen Gutachten aktiv zu beteiligen und appellierte, das Gespräch mit den Revierförstern zu suchen. Seiner Meinung nach hat auch die Ablehnung des Landratsamtes, die Schonzeit zu verkürzen, 'kein Konfliktpotential'.

Er unterstützte damit Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, die zuvor berichtet hatte, die Abschusszahlen für Rehe seien nur 1,7 Prozent unter dem Soll geblieben, was 52 Tiere ausmache.

'Wir kommen relativ gut aus', meinte auch Josef Nadler, Kreisobmann des Bauernverbandes im Ostallgäu. Ihm sei eine gute Zusammenarbeit wichtig, die auf den Prinzipien 'Effizienz und Nachhaltigkeit' basieren müsse. Forstdirektor Robert Berchtold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Füssen betonte, dass 'mit menschlich ordentlichem Umgang viel erreicht' werden könne, mehr als durch Konflikte.

Alois Altmann, der Vorsitzende der Jägervereinigung, strich in seiner Begrüßungsrede heraus: 'Hier müssen alle an einem Strick ziehen: Waldbesitzer, Grundbesitzer, Forst, Jäger. Nur gemeinsam sind wir stark.'

Dennoch kämpferische Töne

Ein paar kämpferische Töne waren dann doch zu hören. So verteidigte Vocke die umstrittene 'Notzeitfütterung' im Winter, da sie ja nicht der Mast diene, sondern gerade helfen solle, den Verbiss zu minimieren. Und auch gegenüber dem 'freien Zugang zur Natur für alle Bürger', den Zweiter Bürgermeister Walter Schilhansl in seinem Grußwort angesprochenen hatte, war Vocke skeptisch. Jeder solle den Wald genießen können, meinte er. Doch sei zu bedenken, ob das Betretungsrecht angesichts zunehmender nächtlicher Aktivitäten nicht pervertiert werde.

– Musikalische Akzente bei der Veranstaltung setzten die Jagdhornbläser der Jägervereinigung. Ferner gab es eine Ausstellung des Fischereivereins Marktoberdorf zu sehen und Falkner Winfried Hirsch aus Füssen präsentierte sich mit einem Uhu.

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