Marktoberdorf
Faszinierende Moorwelt im Birnbaumer Filz

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Wir stellen unseren Extra-Lesern begehbare Moorgebiete in unserer Region vor, die als Ausflugsziel - auch für Kinder - besonders interessant sind. Der Start unserer Serie führte die Leser nach Stötten am Auerberg. Heute ist das Birnbaumer Filz in Trauchgau das Ziel der Entdecker. Die Schönheit und die wichtige Bedeutung der Moorgebiete werden in vielfältigen Aktionen der Allgäuer Moorallianz sowie des Bund Naturschutzes und anderer Organisationen der Bevölkerung näher gebracht. Auf Erlebnis-Pfaden kann man sich - gerade auch mit Kindern in die wunderbare Moorwelt begeben und dabei die Ferienzeit aktiv gestalten, so wie im Brinbauer Filz in Trauchgau. Der beste Ausgangspunkt für den Einstieg zum Weg ist hinter dem Gebäude der Trauchgauer Almstube. Vorbei am Streichelzoo geht es in Richtung Norden los.

Nach einem kurzen Weg durch den Wald kommt man auf einem Damm zum Bruchsee. Rechter Hand kann man hier Moorbildung live erleben: der See verlandet ganz langsam. Das braucht Geduld – bis sich ein Hochmoor daraus gebildet hat, dauert es ein paar Tausend Jahre.

Folgt man jeder Abzweigung nach links, kann man den Weg nicht verfehlen. Abwechslungsreich führt der Weg entlang von geheimnisvollen Hochmoorkomplexen mit den für die Allgäuer Moore typischen Spirken (Bergkiefer) und bunten Streuwiesen und gibt immer wieder den Blick auf das herrliche Alpenpanorama frei.

Enzian auf Streuwiese

Auf dem Rückweg Richtung Almstube ist unter den bunten Blumen auf den Streuwiesen eine besonders geschützte Art zu finden: der Schwalbenwurz-Enzian. Eine tiefblaue, mehrblütige Enzianart, die von August bis Oktober blüht. Schaut man genau hin, kann man an den Blüten kleine weiße Punkte finden. Das sind die Eier des Enzian-Ameisenbläulings, eines zartblauen Schmetterlings mit braunen Punkten. Der Schmetterling legt seine Eier am Enzian ab, die Larve fällt auf den Boden und wird von Ameisen in deren Bau getragen. Dort entwickelt sie sich zu einem wunderschönen Schmetterling.

Sonnentau

Bitte beachten: Auch wenn man das Wasser nicht sehen kann, so ist es doch da. Ein Moor ist wie ein großer Schwamm, der das Regenwasser speichert. Das ist auch der Grund, warum der Boden im Moor so weich ist und du manchmal das Gefühl vermittelt auf einem Wasserbett zu laufen. Der Boden besteht aus einer tiefen Schicht von Moosen. Am Grund sterben diese ab, verroten aber nicht und werden zu Torf. Man nennt diese Moose deshalb auch Torfmoose. Diese und andere Moorpflanzen reagieren sehr empflindlich gegenüber Tritten. Wer genau hinsieht kann vielleicht eine kleine Pflanze mit einer rötlich gefärbte Blattrosette - entweder auf Torfmoospolstern oder auch direkt auf nackten Torf entdecken. Diese trägt den Namen Sonnentau. So ein Pflänzchen kann doch keiner Fliege etwas zuleide tun oder? Das täuscht. Der Sonntentau frißt nicht nur Fliegen sondern hat sogar kleine Libellen auf dem Speiseplan.

Tipps und Termine

Einen Besuch wert ist auch das Heimatmuseum in Trauchgau und das Wassertretbecken. Die Allgäuer Moorallianz bietet geführte Erlebniswanderungen unter dem Motto 'Auf den Spuren des Sonnentaus' durch Moorgebiete am 30. Juni am Elbsee, 1. Juli am Hergratsrieder Weiher, 7. Juli 2011 ins Weihermoos bei Holzleuten an. Mehr Infos und Termine gibt es unter www.moorallianz.de oder Tel. 08342/911430.

Autor:

Redaktion extra aus Kempten

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