Jubiläum
Experimentelles Konzert zum 150-jährigen Jubiläum des Chorverbandes Bayrisch-Schwaben in Marktoberdorf

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Die Partitur fotografieren? 'Nein, die darf ich nicht aus der Hand geben', sagt Karl Zepnik und schüttelt den Kopf. Das, was am kommenden Samstag beim Festabend des Chorverbandes Bayerisch-Schwaben in der Big Box Allgäu in Kempten die 2000 Gäste in einer Uraufführung hören sollen, muss geheim bleiben. Eigentlich hat Zepnik schon fast zuviel verraten. Nämlich dass das Stück mit dem Titel 'feldrhythmen' experimentell ist, 14 Stimmen hat und keinen Dirigenten. Geleitet wird der 90-köpfige Festchor (bestehend aus den Kaufbeurer Martinsfinken sowie dem Carl Orff Chor und dem Mendelssohn Vokalensemble, beide aus Marktoberdorf) von Licht.

Je nachdem, welche Farben die Sängerinnen und Sänger sehen, müssen sie bestimmte Töne anstimmen oder Geräusche machen. Farbenblinde können also nicht mitmachen. Proben müssen die Sänger daheim vor dem Computer.

Und was hat Karl Zepnik dann zu tun? Bei dem künstlerischen Leiter der Musikakademie Marktoberdorf laufen die Fäden zusammen. Er ist sozusagen der musikalische Kopf – nicht nur des Festabends, sondern der gesamten Feierlichkeiten, mit dem der Chorverband Bayerisch-Schwaben vom 4. bis 6. Mai in Kempten sein 150-jähriges Bestehen begeht.

Zepnik organisiert am Freitag den Kinderchortag, bei dem die Chorklassen auftreten, für die er verantwortlich ist. Am Samstag will er die ganze Bandbreite der schwäbischen Chorszene zeigen – mit Auftritten von Ensembles unter freiem Himmel, einem Jugendchorkonzert und einem Wertungssingen. 'Ich bin ein Freund von Wettbewerben – das steigert die Qualität der Chöre.'

Für das Festkonzert am Samstag, bei dem vor allem heimische Chorsänger zuhören werden, wollte der 53-Jährige, der in Halblech wohnt, 'etwas ganz Besonderes' konzipieren. Zepnik möchte einen Blick in die Zukunft wagen, etwas völlig Neues machen.

Für die Realisierung kam ihm ein ehemaliger Mitschüler aus der Zeit am musischen Gymnasium in Marktoberdorf in den Sinn, der inzwischen eine herausragende Stelle als Kompositionsprofessor in Köln innehat: Johannes Schöllhorn. 'Ich habe ihn angerufen, und er hat spontan Ja gesagt.'

Vor ein paar Wochen gab es die erste Probe zusammen mit Schöllhorn. Manche Sänger waren ziemlich erstaunt – und irritiert. Mehrmals hörte Zepnik die Frage, was das denn solle. 'Mein Leitsatz aber ist: Ich darf vor der Uraufführung nicht über ein neues Werk urteilen.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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