Umgehung
Entscheidung nun erst bis Februar

Beim Ultimatum zum Bau der Umgehung Ruderatshofen geht der Landkreis Ostallgäu nun doch in die Verlängerung. Doch spätestens im Februar soll der Kreisausschuss einen Beschluss fassen. Grund für die Verschnaufpause: Am morgigen Mittwoch laufen im Halbstunden-Takt Gespräche mit den Grundstücksbesitzern. Landratsstellvertreter Alexander Müller als Sonderverhandler liegen dafür auch aktuelle Trassenpläne vor. Dieses Vorgehen fand bei der gestrigen Sitzung auch die Zustimmung des Kreisausschusses.

In der Sitzung gab Landrat Johann Fleschhut einen Überblick über die Entwicklung seit Mai. Damals hatte der Kreis ein Ultimatum bis Oktober gestellt: Sei dann nicht klar, ob man an die Grundstücke für die Umgehung kommen kann, werde man die Kreisstraße durch den Ort ausbauen. Denn dort sind die Kirnachbrücken dringend sanierungsbedürftig und der Bahnübergang genügt nicht mehr den Anforderungen. Hilfreich sei neben der Bürgerversammlung und Flurwerkstätten mit dem Amt für ländliche Entwicklung eine Mobile Redaktion unserer Zeitung zu dem Thema gewesen. Zudem habe Müller als «Geheimwaffe» des Landkreises bei den Verhandlungen viel bewegt.

Kosten von 8,4 Millionen Euro

Fleschhut sagte zu, dass der Landkreis die Gesamtumgehung für Ruderatshofen und Apfeltrang mit einer Länge von 4,5 Kilometern (Kosten: 8,4 Millionen Euro) bauen werde, falls die Grundstücke zu bekommen sind. Seit Mai habe der Landkreis aber keinen einzigen Quadratmeter zusätzlich durch eine Notarurkunde oder eine verbindliche Erklärung gesichert. Lediglich ein Grundstück sei bisher erworben.

Falls statt einer Abbiegespur ein Kreisel bei der Walburgakapelle den Grunderwerb erleichtert, werde er sich dagegen nicht verschließen. Fleschhut wies aber auch darauf hin, dass jede Verschiebung der Trasse bei anderen Grundstücken zu Problemen führen könne. Er sei aber optimistischer als bisher, dass es bis Februar gelingen könnte, die Grundstücke zu sichern.

Man werde aber nicht abschnittsweise vorgehen, bekräftigte er: «Wir müssen am Anfang wissen, wo wir am Ende rauskommen», wehrte er sich gegen Überlegungen, zunächst nur einen Teil des Projektes zu verwirklichen.

Laut Alexander Müller zeigt sich in den Verhandlungen, dass es bei dem Projekt nicht um den Preis für Grundstücke gehe. Thema seien vielmehr Tauschgrundstücke.

Zuschusslage verschlechtert sich

Es sei gut, dass der Kreisausschuss nochmal «durchschnauft», hieß Lars Leveringhaus (CSU) das verlängerte Ultimatum gut. Man könne insgesamt aber nicht mehr lange warten, da die Brücken saniert werden müssen. Josef Rid (FW) begrüßte, dass man nun auch Apfeltrang mit einbeziehe. Clara Knestel (Grüne) fasste nochmal zusammen, was passiert, wenn weiter Grundstücke fehlen: Dann wird es wohl keine Umgehung geben.

Sie machte zudem auf ein weiteres Problem aufmerksam: Die staatlichen Fördergelder im Straßenbau fließen immer spärlicher. Und bei der Umgehung kalkuliert der Landkreis mit Zuschüssen von 60 Prozent.

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