Landkreis
Energiemasterplan und Koordinator sollen Klimaschutz im Ostallgäu voranbringen

Den Weg in eine energieautarke Region Allgäu weisen: Dieses Ziel verfolgt das Ostallgäu unter anderem mit der Aufstellung eines Energie-Masterplans. Grundzüge des Plans und die damit verbundene Anstellung eines Klimaschutzbeauftragten im Landratsamt haben nun die Mitglieder von Kreisausschuss und Kreisentwicklungsausschuss einstimmig beschlossen.

Damit will Landrat Johann Fleschhut das Ziel voranbringen, bis 2020 das Ostallgäu zur Hälfte aus regenerativen Strom- und Wärmequellen zu versorgen. Dieser Beitrag zur Energiewende solle möglichst koordiniert erfolgen.

Den ersten Entwurf des Masterplans stellte Martin Sambale vom Energiezentrum Allgäu (EZA) vor. Seine Ausführungen zu nachhaltigem Bauen und Sanieren, zum Ausbau erneuerbarer Energien und höherer Effizienz sowie zu Einsparungen beim Verkehr waren unstrittig. Er stellte heraus, dass bei Gebäudesanierungen die Durchschnittsquote von bundesweit einem Prozent pro Jahr im Ostallgäu verdoppelt werden sollte.

Auch dadurch solle der Verbrauch von Strom und Wärme bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden. Wichtig sei es, dass der Landkreis und die Kommunen eine Vorbildfunktion übernehmen und die Bürger motivieren. Ziel sei zudem, die Nutzung von Bussen und Bahnen attraktiver zu machen und den Individualverkehr zu reduzieren. Dazu sollen auch besondere Angebote in Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit beitragen.

Windräder konzentrieren

Hauptdiskussionspunkt war der Bau von Windkraftanlagen. Diese Technik sieht Fleschhut als besonders effiziente Möglichkeit der Energieerzeugung. Wo Standorte geschaffen werden und ob das Ausschlussgebiet entlang der Alpen in der jetzigen Form erhalten bleibt, werde im Regionalen Planungsverband intensiv beraten. Wichtig sei, dass auch künftig die Gemeinden entscheiden können, wo letztlich ein Windrad gebaut werden darf. Wortmeldungen der Kreisräte unterstrichen Fleschhuts Position, dass nicht die ganze Landschaft 'verspargelt' werden dürfe. Stattdessen sollen auf besonders geeigneten Flächen jeweils drei oder mehr Windkrafträder Platz finden. Auf Nachfrage erklärte Kreiskämmerer Hermann Thoma, dass derzeit auch Grundstücke des Landkreises auf Windkrafttauglichkeit geprüft werden.

Zur Aufgabe eines Klimaschutzbeauftragten dürfte es zudem gehören, die Windkraftplanungen der Gemeinden und der Energieversorger abzustimmen. Für diese Stelle, die beispielsweise ein Energieingenieur ausfüllen könnte, gebe es 65 Prozent Zuschuss vom Bund. Den Masterplan fördert der Freistaat. Klar war im Ausschuss, dass die Aufgabe nicht nach der dreijährigen Förderperiode erledigt sein dürfte.

Hubert Endhardt (Grüne) sagte, der Klimaschutzkoordinator müsse hohe Entscheidungskompetenzen haben und solle nicht alles mit dem Landrat abstimmen müssen. Darauf reagierte Fleschhut unwirsch: Man solle nun positive Entwicklungen nicht gleich wieder zerreden. Er habe weder die Zeit noch Anlass, dass alle Entscheidungen im Amt über seinen Tisch laufen müssen.

Rudolf Leinweber (FDP) regte mit Blick auf den Klimaschutz an, durch eine Tonnagebeschränkung auf bestimmten Strecken den Lkw-Verkehr im Ostallgäu zu reduzieren. Endhardt hielt entgegen, dass dies den CO2-Ausstoß nicht mindere, sondern nur verschiebe.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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