Benefizkonzert
Drei junge Musiker spielen in Marktoberdorfer St. Martinskirche für Peru

Die augenzwinkernde Überschrift des Programmzettels 'Mai a Konzert' spielt nicht nur auf das Konzertdatum in der St. Martinskirche von Marktoberdorf an, sondern auch auf den speziellen Anlass, dass es zugunsten des Musikschulprojektes 'Arpeggio' im Maja-Land Peru stattfand. Theresa Allgaier (Geige), Ramona Laxy (Cello) und Matthias Bertelshofer (Orgel) stehen mitten im Studium der Schulmusik und wollen peruanischen Kindern den Weg in die Musik und in ein würdiges Leben erleichtern.

Wenn man sich für die Schulmusik entscheidet, dann heißt das noch lange nicht, dass man die Latte lieber etwas tiefer legt. Das wurde durch die Programmauswahl sofort deutlich: Solowerke von Johann Sebastian Bach wurden einem kammermusikalischen Werk von Joseph Gabriel Rheinberger gegenübergestellt. In den Solosuiten und Partiten gibt Bach den beiden Streichinstrumenten gleichsam die Gelegenheit, sich mit sich selbst über das Wesen der Musik zu unterhalten. Deren Gedanken folgen sich im linearen Kontrapunkt, und die Aufgabe des Interpreten ist es, sie für den Zuhörer nachvollziehbar zu machen.

Ramona Laxy und Teresa Allgaier verfügen mit Selbstverständlichkeit über die nötige Technik. In je drei Sätzen der Cello-Suite Nr. 1 und der Violin-Partita II führten sie mit großer Klarheit über Bachs verschlungene Wege. Die Spielposition im Vordergrund des Chorraumes war für die Klangentfaltung ihrer schönen Instrumente förderlich, aber auch für die Entfaltung des Echos.

Mit Möglichkeiten der Orgel bewusst sparsam umgegangen

Nicht allzu oft kann sich die Orgel von St. Martin selbstständig entfalten. Gelegenheit dazu bekam sie zunächst bei Bachs 'Dorischer' Toccata und Fuge. Dazu gibt es vielfältige Interpretationsansätze. Matthias Bertelshofer entschied sich für einen eher geradlinigen Ablauf, bei dem mit den Klangmöglichkeiten einer großen Orgel bewusst sparsam umgegangen wird.

Trotzdem ließ sich besonders in der Fuge gut nachhören, wie komplex Bach darin die Themen und ihre Umgestaltungen miteinander 'verfugt'.

Von geradezu kammermusikalischer Seite zeigte sich die Orgel bei Rheinbergers Suite für Violine, Cello und Orgel op. 149. In den drei Sätzen Con moto, Sarabande und Finale wird den Instrumenten soviel Liedhaftigkeit, romantischer Erfindungsreichtum und Spielfreude mitgegeben, dass man fast von einer 'Serenade für Engel' sprechen könnte. Farbenreich und rücksichtsvoll fein austariert parlierte die Orgel mit ihren ungemein angeregten Kollegen.

Es lag wohl nicht an der überschaubaren Zahl an Zuhörern, dass auf jeden eine derartige Menge Musik entfiel. Dafür war dann schon viel eher das selbstbewusste und exquisite Programm zuständig, das mit solcher Könnerschaft und hinreißender Musizierfreude präsentiert wurde.

Das Konzert wird am Sonntag 20. Mai, um 10 Uhr in St. Ulrich in Seeg nach dem Gottesdienst wiederholt.

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