Vortrag
Digital die Heimatgeschichte der Stadt Marktoberdorf einsehen

Was für Informationen findet man denn nun in der 'Fischeriana', die seit Kurzem digital für jedermann zugänglich ist? Was für Daten, Informationen und Geschichten über den Raum Marktoberdorf hat der 1890 verstorbene Oberdorfer Landrichter Ludwig Wilhelm Fischer gesammelt und wie hat er sie gefunden? Wurden sie überhaupt publiziert? Licht ins Dunkel bringen will Siegfried Laferton in einem Vortrag am Montag, 13. November, im Rathaussaal.

Der Marktoberdorfer Heimatforscher hat sich nämlich schon vor Jahren im Staatsarchiv in München auf eigene Kosten den ersten, sehr umfassenden Band von Fischers Aufzeichnungen auf Mikrofiche besorgt und in unsere heutige Schrift transkribiert.

"Rund 370 Seiten Text sind das geworden", so Laferton über seine Fleißarbeit. Obwohl auf dem Deckblatt der Titel "Sagen, Bräuche und Aberglauben aus dem Landgerichte Oberdorf und dessen Umgebung" steht, beschränkte sich Ludwig W. Fischer nicht auf diese Themen: Laferton fand auch Texte zu Musik, Bauweisen, Wallfahrten und vieles mehr.

Komödienstadel des Kurfürsten

Unter anderem hat der fleißige Landrichter das Arbeitsbuch des Oberdorfer Brunnenmachers und Schreiners Josef Zink aufgearbeitet, der immer wieder Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten am sogenannten "Komödienstadel", dem Theater des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus, durchgeführt hat.

"Da ist die Rede von Wandleuchtern, vom Verlegen von Fütterbrettern am Boden, von Schreibpulten (Fischer vermutete dahinter Notenpulte), von Wachs und Terpentinöl", weiß Laferton. So ganz nebenbei können seine Zuhörer manche Details über das Gebäude erfahren, die bisher nicht bekannt waren, und sie können sich vorstellen, wie der Spielbetrieb damals ablief.

Der Vortrag am Montag, 13. November, im Rathaussaal beginnt um 19 Uhr. Er findet im Rahmen der dort laufenden Fischeriana-Ausstellung statt. Der Eintritt ist frei. Wer sehen will, wie die Bände Ludwig Wilhelm Fischers im Original aussehen, wer sich für seine Zeichnungen interessiert und für seinen Werdegang - der bekommt in der Sonderausstellung im Rathaussaal einiges geboten.

Interessant sind auch Flurkarten von damals und die Entwicklung bis heute. Berger: 'Hierbei ist es sehr spannend zu sehen, wie sich die Wertach durch die Korrektur verändert und wie sich die Bebauung ausgedehnt hat.'

Fischer wurde aber auch nicht müde, den Erzählungen alter Oberdorfer zu lauschen, die aus eigenem Erleben oder aus Berichten ihrer Eltern vieles zu dem beitrugen, was er niederschrieb. Seine Aufzeichnungen umfassen damit auch Sagen und Informationen über die kurfürstliche Hofhaltung am Oberdorfer Schloss. All dem trägt die Ausstellung mit anschaulichen Beispielen Rechnung.

Öffnungszeiten bis 26. November immer Donnerstags von 14 bis 16 Uhr und jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Eintritt frei. Der Vortrag von Siegfried Laferton findet am 13. November um 19 Uhr im Rathaussaal statt. Einen weiteren Vortrag hält Josephine Berger am 23. November um 18.30 Uhr im Rathaussaal

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