Schulanfang
Die Klassen an den Volksschulen im Ostallgäu mit Kaufbeuren werden immer kleiner

Wenngleich die Zahl der Grundschüler um 291 zurückgeht, werden im neuen Schuljahr nur vier Klassen weniger gebildet, freut sich die Leiterin des Schulamts, Eva Severa-Seile. Der Grund: Das Ministerium genehmigt mehr Lehrerstunden je Schüler.

Die Klassenstärke an den Grundschulen sinkt dadurch von 21,9 auf 21,3 Kinder. An den Mittelschulen bleibt sie mit 20,2 nahezu unverändert (Vorjahr: 20,3). << Es geht fast nicht mehr niedriger >>, meint die Schulrätin.

Die Belegung der Schulen ist sehr unterschiedlich. Beispielsweise in Lengenwang gibt es ab diesem Schuljahr nur noch zwei Kombiklassen: Die Kinder aus der 1. und 2. Klasse lernen gemeinsam, ebenso jene aus der 3. und 4. Jahrgangsstufe. Insgesamt gibt es im Landkreis neun Kombiklassen.

Integration kann nicht früh genug beginnen

Die Integration wird zudem immer mehr Aufgabe der Schulen. Ein wichtiges Element sind die Vorkurse, bei denen Kinder ausländischer Eltern im Kindergartenalter über zweieinhalb Jahre hinweg einen Sprachkurs erhalten. << Das kann nicht früh genug losgehen mit der konzeptionellen Förderung >>, weiß die Schulrätin.

In Kaufbeuren besteht eine Förderklasse für << Quereinsteiger >> - also Kinder, die ohne Deutschkenntnisse im Schulalter einwandern. Auch Schüler aus Marktoberdorf oder Biessenhofen fahren bei Bedarf nach Kaufbeuren.

Bisher nur in Kaufbeuren gibt es sogenannten Migrationsklassen: Bei mehr als 50 Prozent Ausländeranteil werden an den Schulen sehr kleine Klassen gebildet. In Kaufbeuren betrifft dies drei Grundschul- und sechs Mittelschulklassen.

Severa-Saile sieht die Umstellung von der Haupt- zur Mittelschule geglückt: << Das Konzept greift. Die Mittelschulen werden angenommen >>, verweist sie auf fast gleichbleibende Schülerzahlen. Inzwischen seien alle Ostallgäuer Hauptschulen in Mittelschulen umgewandelt - meist im Verbund.

Dass dies Vorteile bringt, zeige das Beispiel Roßhaupten-Steingaden. Dort müssen trotz einer fehlenden Fachlehrerin nicht die Schüler zum anderen Verbundort fahren, stattdessen kommt ein Lehrer aus Steingaden (Oberbayern) stundenweise zum Unterricht nach Schwaben.

Kernelement der Mittelschule ist für Severa-Saile eine vertiefte Berufsorientierung. Für Praxisseminare stehen aus Töpfen des Kultusministeriums und der Agentur für Arbeit im laufenden Schuljahr dafür 270000 Euro bereit, die für Praxismodule genutzt werden können. Hinzu kommen 14000 Euro, mit denen auch Projekte mit örtlichen Handwerkern möglich sind.

<< Wir sind hier gut aufgestellt und die Schulen leisten professionelle Arbeit >>, sagt Severa-Saile und ergänzt, dass die Praxisprojekte stark an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind.

Hilfe beim Übergang von einer Schule zur anderen

Den Wechsel zwischen Bildungseinrichtungen haben die Lehrer verstärkt im Blick. << Übergangsmanagement >> heißt das beim Schulamt. So gibt es an jeder Grundschule einen Beauftragten, der mit den Kindergärten zusammenarbeitet und die Kinder auf die Schule vorbereitet. In den Mittel- und Realschulen sowie an den Gymnasien kümmern sich dann Grundschullehrer darum, dass der Übergang klappt. Elf Grundschullehrer stehen mit 61 Wochenstunden dafür bereit.

Funktionieren soll auch der Übergang ins Berufsleben. Dabei arbeiten auch Mittel- und Berufsschulen zusammen. Ein Element ist es, verstärkt Praktika anzubieten. Hinzu kommen Fachkräfte, die sich zu Beginn der Lehre um die Berufseinsteiger kümmern.

Sie stehen ihnen zur Seite, wenn etwas schief läuft, und ermutigen die Jugendlichen, bei Schwierigkeiten die Lehre nicht gleich abzubrechen.

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