Kaspar-Exkursion
Die dritte Exkursion auf der Fährte des Obergünzburger Künstlers Johannes Kaspar kommt gut an

Diesmal war es ein Frühlingsspaziergang: Die Exkursion auf den Spuren des Obergünzburger Kunst- und Historienmalers Johannes Kaspar (1822-1885) führte hinauf zur Bergkirche St. Nikolaus. Das Historische Museum mit Leiter Ulrich Habich hatte zum dritten Mal eingeladen, unter wissenschaftlicher Führung von Dr. Horst Renz Kaspars Kunst neu und vertieft zu betrachten. Und zahlreiche Interessierte, darunter die katholischen Geistlichen Walter Böhmer und Georg Albrecht sowie Obergünzburgs Bürgermeister Lars Leveringhaus und Kirchenpfleger Hermann Knauer, kamen.

In Ebersbach, Willofs und Rettenbach hatte Renz Kaspars Bildsprache und theologische wie historische Hintergründe besonders beleuchtet. In der Nikolauskirche richtete er sein Augenmerk auch auf die Rezeptionsgeschichte sowie die Präsentation von Kaspars sakralen Bildern im sich wandelnden «Geschmack der Zeitläufte». Für Kaspar, so Renz, habe St. Nikolaus eine bedeutende Rolle gespielt. So sei ein, heute verschollenes, «Altarblättlein» des Heiligen 1838 ein erster Auftrag für den damals 16-jährigen Akademieschüler gewesen. Von 1847 bis 1852 habe er neun Bilder für die Elbinger «Nikolaikirche» gemalt. Sie wurden 1945 mit der Kirche zerstört. Nur eine Entwurfszeichnung Kaspars wurde jüngst in den Museumsbeständen entdeckt.

«Letzte Station»

Die heimische Friedhofskirche St. Nikolaus war, 1879, das letzte von Kaspar ausgestattete Gotteshaus und «letzte Station» des von ihm 1858 bis 1863 gestalteten Kreuzwegs. Dafür konzipierte er eine «Dreiheit» von Bildern: Für den Hochaltar den «Auferstandenen», für die Seitenaltäre «Maria, die armen Seelen im Fegefeuer» und den «Heiligen Nikolaus». Nach der Sanierung der Bergkirche in den 80er Jahren hängen die drei Bilder nun an den Seitenwänden. Dies, so Knauer, sei aus der Not geboren, der Verfall der Altäre bereits zu weit fortgeschritten gewesen. Renz bedauerte, dass nunmehr die «Kasparidee» nur noch unter Schwierigkeiten zu finden wäre. Andererseits sei es ein «Schatz», dass die Bilder in der Nikolauskirche bewahrt worden seien. Woanders seien viele, vor allem im Rahmen der «Purifikation» vor rund 30 Jahren, entfernt worden.

Inzwischen würden die Kunstwerke wieder als Zeugnisse für die Anschauungen der vergangenen Zeit respektiert.

Nur mit Einschränkungen

«Seelenvolle Bilder» seien Kaspars sakrale Werke, so Renz. Nur mit Einschränkungen ließe er sie den Nazarenern zurechnen. Am ehesten treffe dies auf drei Kasparbilder in der Empore zu. Eine «Kreuzigung», ursprünglich aus der Martinskirche, ist im Vorraum zu sehen. Kaspar liegt am Obergünzburger Friedhof begraben. Ein Denkmal mit Grabkreuz und der Hinweis auf die ursprüngliche Grabstelle erinnern an einen «in geistig-seelischer Hinsicht großen Mann».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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