Menschen Im Oal - Ludwig Jakob
Der Unternehmer Ludwig Jakob hat im Ostallgäu viele Arbeitsplätze geschaffen

Wer Ludwig Jakob trifft, begegnet einem Unternehmer vom Scheitel bis zur Sohle. Einem modernen Geschäftsmann mit traditionellem Ethos. Wenn er durch sein selbst erbautes Reich läuft, schreitet er es nicht wie ein König ab, sondern begegnet jedem seiner Mitarbeiter auf Augenhöhe.

Jakob geht offen auf jeden zu. Niemand zuckt zusammen, wenn Jakob in der Fertigungshalle von Ott-Jakob in Lengenwang vorbeikommt. Der Vater von fünf Kindern begrüßt jeden mit einem Lächeln. Er wirkt fröhlich und zufrieden. << Das bin ich auch >>, sagt der 63-Jährige - und lacht herzlich.

Jakob sitzt jetzt entspannt und chic, aber leger gekleidet in seinem Büro in Lengenwang. Schlicht, aber geschmackvoll eingerichtet. Der Blick aus dem Fenster: Alpenpanorama, grüne Wiese, braune Kühe. Ostallgäu. << Dass wir 1993 hierher gekommen sind, war eigentlich ein Zufall >>, erzählt Ludwig Jakob.

Damals übernahm er einen Teil der Firma Ott und ihre 65 Mitarbeiter. Ott befand sich in einer schwierigen Lage. Die Anfangszeit sei daher auch hart gewesen. Doch der gebürtige Franke sanierte den Betrieb und beschäftigt heute in Lengenwang rund 200 Mitarbeiter, die dort weltweit gefragte Produkte für die Spanntechnik produzieren.

Insgesamt sind es rund 600 Menschen, die in seiner Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im unterfränkischen Kleinwallstadt und unter anderem einer Zweigstelle in Unterthingau ihr täglich Brot verdienen.

Mitarbeiter als << Standortvorteil >>

Lengenwang hat trotz seiner Lage abseits der Hauptverkehrsströme für den << Halb-Ostallgäuer >> einen << riesigen Standortvorteil >>: Die Mitarbeiter. << Wenn man nach längerer Zeit das Vertrauen des Ostallgäuers mal gewonnen hat, dann ist es stabiler als irgendwo sonst >>, sagt Jakob.

Seine Philosophie: Den Mitarbeitern Verantwortung übertragen, ihre Vorschläge ernst nehmen und ihnen Entscheidungskompetenz einräumen. << Das fruchtet auch sehr gut. Die Mitarbeiter kommen gerne hierher >>, sagt er.

Jakob bezeichnet sich selbst als Vernunftmensch, der sich eher auf seinen Kopf denn auf seinen Bauch verlässt. << Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, dann ziehe ich mich zum Grübeln in die Allgäuer Bergwelt zurück. >> Mit Vernunft und Augenmaß kam sein Unternehmen auch durch die weltweite Wirtschaftskrise, die 2009 den Maschinenbau erfasste.

<< Doch so schnell es runter ging, ging es auch wieder hoch. >> Für Jakob zu schnell. Man befinde sich inzwischen wieder in einer << Überhitzungsphase >>, was Jakob << nicht so gut >> findet. << Wir vermeiden es, in Hochkonjunkturphasen zu schnell zu wachsen. >> Diese Philosophie der << sanften Expansion >> ist in Jakob in vielen Jahren herangereift.

Jakob gründete mit 21 seine erste Firma direkt nach dem Maschinenbau-Studium und neben seinem Job bei Bosch. Er entwickelte eine spezielle << Metallbalg-Kupplung >> im Bereich der Antriebstechnik und war damit ein Pionier auf dem Weltmarkt.

Genau das will das Unternehmen noch heute sein. << Wir versuchen, den Bedarf in bestimmten Nischen zu entdecken und dann Innovationen zu entwickeln. >> Jakob war mit diesem Konzept sehr erfolgreich. << Wichtig ist es mir dabei aber nicht, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern eine gesunde Firma zu haben. Das garantiert auch stabile Arbeitsplätze. >>

Für Ludwig Jakob, der die Würde jedes Menschen als den für ihn bedeutendsten Wert nennt, bedeutet Arbeit aber längst nicht alles im Leben: << Ich arbeite meiner Einschätzung nach sehr effizient, bin aber kein Workaholic. >> Sehr wichtig ist für Jakob die Familie.

Dort holt er sich ebenso Kraft wie bei der Gartenarbeit, beim Wandern oder beim Sport. Doch gänzlich abschalten kann Jakob auch in der Freizeit nicht, sagt er. Er ist eben Unternehmer durch und durch. Einer jedoch, der bei aller Gewinnorientierung den Menschen nicht vergisst.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen