Ehrenamt
Der «technische Direktor» wird in Untrasried immer gebraucht

Für Bürgermeister Alfred Wölfle ist Christian Waibel der unersetzliche «technische Direktor» des Orts, in der Bevölkerung wird Waibel meist nur «Pfeffer» genannt. Viele wissen nicht einmal seinen richtigen Namen. Auf beide Namen zu hören hat er sich seit der Jugend angewöhnt, denn schon in der Lehre bekam er seinen Spitznamen weg, weil sein Vater Pfefferle hieß und erst später den Namen Waibel annahm. Sogar seine Frau Anita war nach dem Kennenlernen sehr überrascht, dass sie nach der Heirat nicht Pfefferle, sondern Waibel heißen sollte.

Doch egal welcher Name - für den Rathauschef und die Bevölkerung ist es das Wichtigste, dass «Pfeffer» sein Können und seine Erfahrung in vielfältiger Weise ehrenamtlich in die Dorfgemeinschaft einbringt. Bereits seit 27 Jahren leitet er federführend das Aufstellen des Maibaums. Streng achtet er darauf, dass der Baum immer noch mit den sogenannten «Schwalben» von Hand in die Senkrechte gebracht wird. Wenn das Dorffest gefeiert wird, ist der gelernte Elektroinstallateur und langjährige LEW-Mitarbeiter dabei, um für den Strom zu sorgen. Dazu stellt er sogar sein eigenes kleines Zelt auf, um die Technik unterzubringen.

15 Kilometer Kabel verlegt

Seit 33 Jahren ist der 52-Jährige darüber hinaus bei der Feuerwehr, Hunderte ehrenamtliche Arbeitsstunden leistete er beim Bau des Untrasrieder Feuerwehr- und Gemeindehauses. «Ich war damals drei Jahre jede freie Minute auf der Baustelle», erinnert sich Waibel. Rund 15 Kilometer Kabel verlegte er mit Helfern in dieser Zeit. Und so verwundert es nicht, dass ihm seine Frau riet, sein Bett doch gleich im neuen Feuerwehrhaus aufzustellen. «Wir kamen aber schon wieder klar», beruhigt «Pfeffer». Bis heute und wohl noch lange ist er Hausmeister im Gemeindehaus, wartet täglich die Pelletheizung und prüft die Haustechnik.

Als das Gemeindehaus gebaut war, bemerkte Waibel, dass in der Hektik vergessen wurde, eine Bodenhülse für den gemeindlichen Christbaum zu betonieren. So entfernte er die frisch gelegten Pflastersteine, grub von Hand ein großes Loch und betonierte die Hülse ein. Seit dieser Zeit ist er auch für das Aufstellen des zwölf Meter hohen Baums und das Anbringen der über 200 elektrischen Kerzen «verantwortlich». Fallen Lichter aus, so werden sie sofort ersetzt. Denn es muss ja schön ausschauen, meint «Pfeffer», und «außerdem rufen die Leute gleich bei mir an, wenn Kerzen nicht brennen».

Von Anfang an dabei

Beim Rockfrühling in Untrasried war Waibel von Anfang an dabei. Er kümmert sich - natürlich - um den Strom. 14 Tage nimmt er Urlaub und ist fast Tag und Nacht auf dem Festgelände. «Da darf nichts passieren, wenn mehrere Tausend Leute im Zelt sind», lautet sein Credo. In Eigenleistung wurde mit dem Rentnerdienst extra eine Stromleitung von Ostenried zum Freibad in die Erde verlegt. Und im Zelt werden rund 5000 Meter Kabel gezogen. Die Rockgruppen verbrauchen viel Strom, der eigens mit einem Notstromaggregat erzeugt wird. Anerkennung ist der «Lohn» für «Pfeffers» Einsatz.

Egal wo, «Pfeffer» ist immer zur Stelle. Sei es beim kürzlich erfolgten Um- und Neubau des Untrasrieder Schützenheims samt Sporthalle, wo er wieder Kabel zog, sei es die defekte Flutlichtanlage des SCU, das Schießen mit der gemeindlichen Böllerkanone, die Bewirtung des Florianstübles der Feuerwehr und nicht zuletzt ist er Vorsitzender des Sparclubs. Bürgermeister Wölfle nennt Christian Waibel ein Vorbild für das Ehrenamt und er hofft, dass sein «technischer Direktor» noch viele Jahre mit anpackt und seine freiwilligen Dienste der Allgemeinheit zur Verfügung stellt.

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