Wetter
«Der Regen tat schon gut»

«Der Regen tat schon gut», atmet nicht nur Josef Nadler auf. Auch seine Berufskollegen freuen sich mit dem BBV-Kreisobmann über das erfrischende Nass von oben. Denn in diesen Tagen begannen die ersten Landwirte mit dem Mähen der Wiesen, weil sie Termine mit der Futtertrocknung festgelegt hatten. Ausgerechnet da machte die lange Trockenheit manchem einen Strich durch die Rechnung.

Zwar ist die Landschaft mit dem knallgelben Löwenzahn auf den grünen Wiesen im Moment herrlich anzusehen, doch der Schein trügt. Aus Sicht der Bauern fehlt es dem Gras nämlich noch an Inhaltsstoffen, in der Hauptsache Eiweiß. Dessen Gehalt ist laut Nadler entscheidend für die Qualität der Milch. Wenn die Kühe über das Grüngut zu wenig Eiweiß erhalten, müssen die Landwirte zum Füttern Eiweiß zukaufen. Mit anderen Worten: Je trockener es ist, desto weniger Eiweiß enthalten die Pflanzen, desto höher ist der finanzielle Aufwand für die Bauern.

Nach den ersten Messergebnissen der Futtertrocknung Ruderatshofen ist der Eiweißgehalt tatsächlich wegen des Wetters etwas geringer als sonst. Trockenheit und auch zum Teil Nachtfröste setzten dem Gras zu. Regnet es jedoch noch etwas und scheint dann vor dem Schnitt die Sonne, werde mehr Zucker gebildet, den die Pflanzen entsprechend in Eiweiß umwandeln.

So könne alles schnell wieder ins Lot kommen.

Am schlimmsten sei von der Trockenheit der Raps betroffen, sagt Nadler. «Er hätte dringend früher Wasser gebraucht» und dann auch andere Mengen als die «zwei, drei Liter der vergangenen Tage. Damit ist der Boden nicht durchnässt.» Auch der Winterweizen, der häufig im nördlichen Landkreis angebaut wird, habe gelitten. Andere Getreidearten seien nicht gefährdet, weil sie erst vor kurzem gesät wurden. Für Mais sei das Wetter sogar ideal gewesen.

Noch schlimmer als die Trockenheit sei für die Landwirte im Ostallgäu die Mäuseplage (wir berichteten). Werden deren Hügel beim Mähen überfahren, sei das Futter verunreinigt. Auch müssten die beschädigten Stellen ausgebessert werden.

Ameisen und Unkraut

Probleme in dieser Größenordnung kennt der Hobbygärtner nicht. Ihm reichen schon die Mengen von Ameisen, die auf dem Rasen ihre Haufen aufwerfen. Auch dass nach Regenfällen immer zuerst das Unkraut nach oben schießt, ist nicht unbedingt das, was ihn in seinem Blumenbeet erfreut. Handarbeit ist in diesem Fall gefragt, denn von Unkrautvernichtern raten nicht nur Umweltschutzverbände mit Rücksicht auf den Schutz der Natur ab.

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