Verabschiedet
Chöre aus elf Ländern machen in Marktoberdorf «SchlussaCHORd» zum letzten Fest

Die vielstimmigen Pfingst-Wettbewerbseindrücke durfte das Publikum vertiefen beim Auftritt der zwölf Chöre zum festlichen «SchlussaCHORd». Die bunte Choristenschar aus elf Ländern hatte bei den Abendkonzerten und im Festivalzelt für Furore gesorgt. Jetzt trat sie wohlchoreographiert letztmals auf die Modeonbühne, um ihre Singkunst anklingen zu lassen: die Dirigentinnen aus Tallinn in ihren gestreiften Röcken oder der Chor aus Manila in orange-rot leuchtenden Seidengewändern. Optischer Blickfang waren die mit dem 1. Preis bei den Frauenchören ausgezeichneten Studentinnen aus Kiew in langen blauen Röcken, die beim Preisträgerkonzert das aufregende «Potoybichni igry» wiederholten.

In diesen Pfingsttagen flogen die Herzen allen Chören zu, dem Stockholmer Kammerchor mit seiner spannenden Lautmalerei, den Sängerinnen aus Venlo und Madrid, den Luzernern oder den Detmoldern mit ihrem furiosen Hexenstück. Im Blickpunkt stand freilich der Academy Choir aus Jerusalem unter Stanley Sperber, der die Chorverbindung mit Israel weiterführt, die Henry Klausner und Arthur Groß 1977 begründeten. Der Allgäuer Komponist Wolfram Buchenberg rückte 2011 ins Zentrum, dank Cantabile Regensburg, das seine zarte Liedvertonung << Kein schöner Land >> wiederholte. Eine bewegende Geste gelang den Organisatoren, als Kent Hatteberg (er eroberte mit seinen University of Louisville Singers Preis zwei) im Modeonrund alle Chöre bei Rheinbergers << Rhapsodie >>-Pflichtwerk vereinte.

<< Yes, we sing >>

Alle waren glücklich, noch einmal den Coro Entrevoces aus Havanna zu erleben, der das gesamte Festival inspirierte. Publikumspreis und erster Preis fielen bei ihm glanzvoll zusammen. Mit seiner berückenden Sangeskunst versetzte er jede Zuhörerschaft in eine Art Taumel. Dabei konnten manche seiner zwanzig Sänger nicht mal Noten lesen. Sie singen ohnehin auswendig, und Singen und Tanzen liegt ihnen einfach im Blut. Chorleiterin Digna Guerra Ramirez (sie machte ein zweijähriges Aufbaustudium an der Hanns-Eisler-Musikhochschule, Ostberlin) probt allerdings mit ihnen täglich zwei Stunden! Sie sahen wieder hinreißend aus in ihren langen weißen Gewändern, abends trugen sie dann aus Freundschaft das MOD-Festivalshirt mit den dicken roten Lettern << Yes, we sing! >>.

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