Special Zeit der Zecken SPECIAL

Aufklärung
Borreliosegefahr - wenn die Böden nicht mehr gefrieren, werden die Zecken wieder aktiv

Durch die Ansteigung der Bodentemperatur werden die Zecken in der Natur langsam wieder mobil – allen winterlichen Einbrüchen zum Trotz. Bereits ab März kommen die, wenn sie noch nicht mit Blut gefüllt sind, nur wenige Millimeter kleinen blutsaugenden Parasiten aus ihren Ruheplätzen in Büschen, Bäumen, Gräsern und Waldboden.

Etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken sind mit Borrelien befallen. Tut der Stich auch nicht weh, kann die Zecke über ihren Speichel gefährliche Erreger übertragen wie beispielsweis die durch Borrelien ausgelöste bakterielle Erkrankung Borreliose, beziehungsweise: Lyme-Borreliose. Diese ist laut Robert Koch-Institut die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa.

Typisches Frühsymptom ist die 'Wanderröte' an der Stichstelle, die jedoch nicht immer auftritt. Besonders wichtig ist eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika, denn wird die Infektion nicht erkannt oder nicht ausreichend behandelt, kann sich der Erreger im Körper ausbreiten. Besonders häufig greifen die Borrelien das Nervensystem an, dadurch kann es zu Lähmungen, Gefühlsstörungen und Schmerzen kommen (Neuroborreliose), diese tritt wenige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auf.

Andere Krankheitserscheinungen zeigen sich erst nach Monaten bis Jahren, z. B. Hautveränderungen oder die Lyme-Arthritis. Hierbei befallen die Borrelien die Gelenke. Es kommt zu schmerzhaften Schwellungen, z. B. in den Kniegelenken. Andere Organe wie Herz, Gehirn, Haut und Augen können ebenfalls betroffen sein. Selbst nach einer Therapie bleiben bei manchen Patienten Restbeschwerden zurück, z. B. chronische Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Gelenk- und Muskelschmerzen, diese Symptome einer chronischen Borreliose können auf einer noch aktiven Infektion oder auf einer fehlgeleiteten Immunantwort beruhen.

Vorbeugen

Allein in Bayern, wo seit März 2013 die Lyme-Borreliose meldepflichtig ist, wurden laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in den ersten drei Wochen 2016 bereits 40 Lyme-Borreliose-Erkrankungen gemeldet. Grundlage der Prävention sind Information und Aufklärung über die Risiken der Übertragung und vorbeugende Maßnahmen. Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt wie lange Hosen, langärmelige Hemden und festes Schuhwerk, reduziert das Risiko eines Zeckenbefalls beim Aufenthalt im Freien mit Kontakt zu bodennahen Pflanzen. Nach Aufenthalten in Gebieten mit potenziellem Zeckenvorkommen sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden, gerade bei Kindern können die Zecken auch am Haaransatz sitzen.

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