Kaspar-exkursion
Bildbetrachtung mit Dr. Renz in Ruderatshofen und Schongau

Ein Fuß Mariens steht fest auf der Erde. Es ist der, der die Schlange als Sinnbild der Sünde zertritt. Der andere rührt an die leuchtende Sichel des Mondes. Das um 1870 entstandene Muttergottesbild mit dem Jesuskind schmückt seit einigen Jahren wieder einen Seitenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus in Ruderatshofen.

Es ist 'unverkennbar' ein Bild des Obergünzburger Kunst- und Historienmalers Johannes Kaspar (1822 bis 1885), betonte der Theologe Dr. Horst Renz bei der jüngsten Exkursion der Obergünzburger Kaspar-Freunde.

'Immer noch im Wachsen'

Auch nach dem Ende des Kaspar-Jahres folgt die Gruppe unter wissenschaftlicher Leitung des evangelischen Theologen weiter den Spuren des Künstlers. So wurden im August Kirchen in Lachen, Zell und Wolfertschwenden besucht. Die Erkundung Johannes Kaspars, meinte Renz, sei 'immer noch im Wachsen'.

Bei der jüngsten Fahrt über Land richtete Renz den Fokus auf geistige Strömungen des 19. Jahrhunderts. 'Ist die Bibel wörtlich zu verstehen?' war eine damals diskutierte Fragestellung. Gegen die Theorie, dass Jesus nie gelebt habe, 'malte Kaspar an', erläuterte Renz. Er habe seine ganze Kraft diesem Gottesbeweis Jesu gewidmet, stellte sinnenhaft eine Brücke zwischen dem irdischen Leben und der göttlichen, überirdischen Sphäre dar. So wie bei der Ruderatshofener Maria, die zugleich Erde und Himmel berührt.

Gleiches gilt für das 1860 gemalte Bild der 'Verklärung Jesu' auf dem Berg Tabor, das in der 1968 eingeweihten, beeindruckenden Pfarrkirche 'Verklärung Christi' in Schongau West seit 1989 an einer schlichten Betonwand Wirkung entfaltet. Ursprünglich war es bis 1982 als Hochaltarbild in Ketterschwangs St. Jakobus beheimatet.

Annäherung ans Geheimnis Jesu

In vielen Fällen, so Renz, sei das Schicksal der Kaspar-Bilder mit einer 'Purifikation' ihrer Kirchen verknüpft. In der Kirche St. Thomas im Kaufbeurer Ortsteil Hirschzell ziert Kaspars Gemälde vom 'Ungläubigen Thomas' nur zeitweise den Hochaltar. Auch dieses Werk zeige die Annäherung eines irdischen Menschen an das Geheimnis Jesu.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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