Treffpunkt
Beim Mülltrennen bleibt in Stötten Zeit für kurze Gespräche

Beliebte Treffpunkte gibt es in Marktoberdorf und Umgebung viele. Ein paar davon will unsere Zeitung in einer Serie in den Mittelpunkt rücken. Stötten «War bei Euch noch gar nix?», ruft Lidwina Pfanzelt, während sie aus dem Auto aussteigt. Pfanzelt kommt gerade aus Salchenried und bringt ihren sortierten Müll zum Stöttener Wertstoffhof. Dort gibt es am Mittwoch-Nachmittag nur ein Thema: den Hagel. In Salchenried sind tischtennisballgroße Körner vom Himmel gedonnert. Pfanzelt schmerzt noch die Hand, die ein Hagelkorn getroffen hat.

Bei Thomas Schmölz hinterließ der Hagel Dellen auf der Autohaube. Nach dem Baden am Forggensee schaffte er es nicht rechtzeitig aus der Unwetterzone. << Seid ihr noch davon gekommen? >>, ruft Schmölz seiner Schwester Heidi Höhensteiger zu, die gerade ihr Auto parkt. Gerade waren die Geschwister noch baden, jetzt treffen sie sich am Wertstoffhof.

Dort bleiben die Leute heute zwar nicht stundenlang zum << Hoigarta >>, aber das Wichtigste vom Tag erfahren sie doch: wo es überall gehagelt hat. << Früher hat man sich in der Käsküche getroffen >>, erzählt Wertstoffhof-Mitarbeiter Hans Amberg. Und Sigrid Kraus erinnert sich: << Wir haben unsere Milch abgeliefert und beim Warten kam man ins Gespräch. >>

Am Wertstoffhof herrscht mehr Dynamik. Da wirft einer seine Grünabfälle in den Container, ein Mitarbeiter hilft ihm dabei. Ein anderer wirft seine mit Plastikverpackungen gefüllten Säcke an die Wand im Wertstoffhofstadel. Ein Dritter entsorgt derweil sein Altpapier. Die Leute kennen sich hier aus. Extra zum Schwätzen kommen die wenigsten. Für ein Späßchen oder eine Anekdote reicht die Zeit trotzdem.

Hildegard Steiner erzählt Mitarbeiter Theo Gansohr, dass sie ihren 60. Geburtstag im Münchner Hofbräuhaus gefeiert hat. Der gratuliert ihr spontan, während er ihr hilft, das Grüngut im Container abzuladen. Ins Gespräch kommen auch Gabi Moller und Ortwin Rauh, deren Kinder am Vorabend noch gemeinsam zelteten. Andreas Kindler sucht dagegen schnell das Weite: << Wir hoigarta schon, aber heute ist es zu heiß.

>> Vor dem Wertstoffhof brennt die Sonne herunter, da zieht es die meisten bei über 30 Grad wieder nach Hause.

Autos blockieren Zufahrt

Es komme aber auch vor, dass er die Leute beim Hoigarta stören müsse, erzählt Mitarbeiter Gansohr. Denn die Autos vor dem Eingang des Wertstoffhofs blockieren dann schon mal die Zufahrt für die nächsten Leute, die ihren Müll trennen wollen. Als Gansohr und Amberg um 18 Uhr das Tor des Wertstoffhofs schließen, ist es in Stötten noch ruhig. Erst fünf Minuten später beginnt es auch dort zu hageln. Das könnte nächstes Mal Thema sein - oder ein anderes, ganz aktuelles Ereignis.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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