Prognosstudie
Bei Zukunftschancen im oberen Mittelfeld

Wie zukunftsfähig sind die Regionen Deutschlands? Dieser Frage ging das Forschungsinstitut Prognos in diesem Jahr bereits zum dritten Mal nach. Für das Ostallgäu gab es dabei ein überraschend negatives Ergebnis Im Vergleich zur Studie von 2007 fiel man unter 412 Landkreisen und kreisfreien Städten von Rang 142 auf 164 zurück - neun Plätze schlechter als 2004. «Mit dem Ergebnis können wir natürlich nicht zufrieden sein», meint dazu Kreisentwicklungsreferent Wolfgang Kühnl vom Landratsamt.

Allgäuweit analysieren

Er kündigte gegenüber unserer Zeitung an, die Untersuchung genau zu analysieren und gegebenenfalls gezielt darauf zu reagieren.

Eine genaue Auswertung, so Kühnl, sollte am besten auf Allgäuer Ebene stattfinden. Denn die meisten Landkreise landen in der Kategorie «ausgeglichener Chancen-Risiko-Mix». Dieses Mittelfeld der Studie umfasst die breite Masse der Landkreise von Platz 128 bis 303. In diesem Spektrum ist Platz 164 eigentlich noch relativ weit vorne.

Wichtig sind die Details hinter den Bewertungskategorien, die sowohl den Ist-Zustand also auch Veränderungen gewichten.

Kühnl nennt ein Beispiel: «Den starken Einbruch bei der Dynamik kann ich nur so erklären, dass bei der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 das Ostallgäu mit dem Schwerpunkt im Maschinenbau sehr nachhaltig betroffen war.» Diese Krise sei aber vorbei, «unsere Firmen haben wieder hervorragende Entwicklungsperspektiven». Sie dürften sich bald wieder zu ihrer früheren Stärke und noch weiter entwickeln.

Dass sich die Stimmung seit der Prognos-Erhebung bereits wieder wandelt, bestätigt die neueste Konjunktur-Umfrage der IHK Schwaben. Nahezu jedes zweite Unternehmen im Landkreis Ostallgäu und in Kaufbeuren berichtet aktuell von einer guten Geschäftslage. Das sind 30 Prozent mehr als im Herbst 2009. Damit nimmt die Region schwabenweit den Spitzenplatz ein.

Spitzenplatz in Schwaben

Die IHK verweist auf den rasanten Umschwung in der Bewertung: «Im Herbst 2009 hatten nur 17 Prozent der Unternehmen von einer guten Geschäftslage berichtet, dieser Anteil ist im Laufe eines Jahres auf 47 Prozent gewachsen.» IHK-Vorsitzender Gerhard Schlichtherle sieht den Grund auch in «klugen Entscheidungen der Unternehmer während der Krise».

Besonders zufrieden ist der heimische Handel: 55 Prozent der Betriebe sprechen von guter Geschäftslage. Dazu trägt das gestiegene Auftragsvolumen aus dem Inland bei. Doch auch die Aufträge ausländischer Kunden nehmen wieder stark zu.

Schlichtherle dazu: «Es ist sehr positiv, dass die Konjunktur neben dem Export nun durch die Inlandsnachfrage ein zweites Standbein erhält, nur durch den Export wäre das aktuelle Wachstum kaum möglich gewesen.»

63 Prozent aller Betriebe rechnen im kommenden Halbjahr mit einer stabilen Geschäftslage. Nach Branchen betrachtet blickt die Industrie wesentlicher positiver in die nahe Zukunft als die Handelsbranche. Der private Konsum wird bis Jahresende gerade für den Einzelhandel starke Impulse bringen.

Die aktuell gute Lage der Unternehmen im Ostallgäu mit Kaufbeuren führt auch zu mehr Investitionen: Über zwei Drittel der hiesigen Betriebe werden die Höhe der Investitionsausgaben konstant halten oder ausbauen. Im Vordergrund stehen zunächst Ersatz-Beschaffungen, aber auch Ausgaben für Produkt-Innovationen.

Den Arbeitsmarkt schätzen die Unternehmer bis zum Frühjahr als konstant ein. Dies bedeutet zwar wenige Neueinstellungen, aber auch praktisch keine Entlassungen.

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