Stadtzentrum
Baugemeinschaft in Marktoberdorf schafft sich neues Zuhause

Dort, wo einst Seife, Bleichsoda, Talgkerzen und Waschpaste hergestellt wurden, sind gestern die Bagger angerollt: Das Rückgebäude auf dem Anwesen Kuhn zwischen Meichelbeckstraße und Birkenweg in Marktoberdorf weicht zwei Häusern, in denen sich neun Bauherren gemeinsam ein neues Zuhause errichten.

Auf dem rund 1300 Quadratmeter großen zentralen Gelände entstehen zwei neue Gebäude: Eines mit fünf und eines mit vier Wohnungen. In beiden Häusern werden sich im Erdgeschoss zusätzlich gewerbliche Räume befinden. Darüber hinaus entstehen eine Tiefgarage mit 24 Plätzen sowie oberirdisch Parkplätze für 15 Autos. Im Oktober ist Baubeginn, im Dezember 2012 sollen die Bewohner einziehen können.

Die neun Bauherren haben sich zu einer Baugemeinschaft zusammengeschlossen, wie es sie in anderen Städten wie Freiburg oder Tübingen bereits seit langem gibt. Die Teilnehmer errichten dabei in privater Trägerschaft ein Gebäude, um selbst darin zu wohnen. Vorteil für die Mitglieder sind laut Architekt Peter Ossenberg nicht nur günstigere Baukosten, da kein Bauträger eingeschaltet wird.

Vorteil sei auch, dass die Bauherren, die sich in einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) zusammenschließen, auch selbst festlegen, wie die Raumeinteilung der Wohnungen - in Marktoberdorf mit einer Größe zwischen 70 und 120 Quadratmetern - aussehen wird.

Gleichzeitig werden die beiden Gebäude hinter der Drogerie Lüdicke auch barrierefrei und rollstuhlgerecht gestaltet. Gemeinsam genutzte Räume sowie ein gemeinsamer Garten sollen die Hausgemeinschaft zusätzlich fördern. Ossenberg: << Wir schaffen hier eine grüne Mitte. >>

Einst Seifensiederei

Mit dem Gebäude hinter der Drogerie Lüdicke verschwindet aber auch ein Stück Marktoberdorfer Geschichte. In den 1840er Jahren hatte Josef Kuhn aus Schwabmünchen das landwirtschaftliche Anwesen an der Meichelbeckstraße erworben. Er baute dahinter 1946 das Produktionsgebäude für die Seifensiederei als zweites Standbein.

Sein Sohn Eduard und sein Enkel Josef führten den Betrieb fort. 1942 wurde auf dem Anwesen zusätzlich eine Drogerie eingerichtet. Seifengesiedet wurde von Josef Kuhn parallel bis Anfang der 70er Jahre. Der Sohn Hubert Kuhn betrieb die Drogerie (seitdem Lüdicke) bis 2005 weiter.

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