Erntedank
Bauernpräsident Sonnleitner bei Ostallgäuer Landwirten

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner war am Donnerstag Festredner beim Erntedankfest des Bayerischen Bauernverbandes im Ostallgäu. Die Kulisse am Ende eines trotz Trockenheit im Frühjahr und Hagels im Sommer recht ertragreichen Jahres bot das Fendt-Forum in Marktoberdorf.

Mehrfach betonte Sonnleitner, wie wichtig Landtechnik höchster Qualität, wie sie der Marktoberdorfer Traktorenhersteller liefere, für die Landwirte sei. Die Agrarpolitik stellte Sonnleitner in den Mittelpunkt seiner Rede. Er verwahrte sich dagegen, dass die EU-Kommission die Zahlung von Subventionen für die Bauern mit Auflagen verbinde: 'Das ist eine Beleidigung für die Bauernfamilien.'

Der Fleiß der Bauern sorge für eine schön gepflegte Landschaft. Sie ernährten Deutschland 'vielfältig, geschmackvoll und preisgünstig'. Dass nur elf Prozent der Einkommen für Lebensmittel ausgegeben werden, sei fast schon ein paradiesischer Zustand für die Verbraucher.

Bei der Neuverteilung der EU-Gelder, so Sonnleitner, müsse ein Festbetrag für jedes Land erhalten bleiben.

Wie wichtig diese Zuschüsse sind, verdeutlichte er mit Zahlen für das Ostallgäu: 2004 bekam jeder Betrieb im Durchschnitt 9000 Euro, inzwischen seien es 12 800 Euro und 2013 dürfte die Summe auf 14 500 klettern. Bei rund 2900 Betrieben summiert sich dies auf 42 Millionen Euro fürs Ostallgäu. 'Diese Grundsicherung gilt es zu erhalten', nannte der Funktionär sein Ziel.

Zu erhalten gelte es auch die Produktionsfläche. Denn Brüssel fordere immer wieder 'Greening', also ökologische Vorrangflächen. Doch mehr davon als im Allgäuer Grünland sei kaum zu erreichen. Sieben Prozent Greening würde im Ostallgäu der Stilllegung von 700 Hektar entsprechen. Deutschlandweit wären es 600 000 Hektar. Rechne man noch 400 000 Hektar Ausgleichsfläche für den Energiewandel, fehle eine Million Hektar Produktionsfläche.

Dies sei unverantwortlich, da weltweit immer mehr Menschen zu ernähren sind. Zudem bedeute dies weniger Umsatz und Arbeitsplätze in der Landtechnik. Sonnleitner freute sich, dass sich die Erzeugerpreise für Lebensmittel wie Milch stabilisiert haben und nun bayernweit im Schnitt bei 36 Cent je Liter liegen. Dazu müsse man zehn Cent an EU-Subventionen addieren.

1000 Arbeitsplätze bei Fendt

Die stabilen Preise für Agrarprodukte begrüßte auch Fendt-Geschäftsführer Peter J. Paffen, da diese den Landtechnikabsatz stabilisieren. Er sieht sich mit den Bauern in der Aufgabe verbunden, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren und dafür die passende Technik liefern. Daher investiere der Konzern in Marktoberdorf pro Jahr rund 50 bis 60 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.

Hinzu kommen Investitionen in die Modernisierung der Produktion im dreistelligen Millionenbereich. Auch Fendt fahre eine gute Ernte ein, die in den vergangenen zehn Jahren rund 1000 Arbeitsplätze brachte, so Paffen.

BBV-Kreisobmann Josef Nadler freute sich über den vollen Saal beim Erntedank: Auch wenn es der Wettergott nicht immer gut mit den Bauern meinte, stehe es ihnen an, Danke zu sagen. Diesen Gedanken hatte eingangs auch Diakon Albert Greiter in einem geistlichen Impuls vertieft. Wie wichtig Werbung für ihren Berufsstand sei, verdeutlichte Kreisbäuerin Gabi Paulsteiner. Musikalisch umrahmten Michael Eberle und Norbert Martin den Abend. Weiterer Bericht folgt.

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