Moorallianz
Bau des Elbseeweges hängt vom Wetter und von tierischem Nachwuchs ab

Anliegen der Allgäuer Moorallianz ist es, den Menschen die ökologische Bedeutung der Moore nahezubringen und gleichzeitig diese seltenen Lebensräume zu schützen. Dass es dabei Konfliktpotenzial geben kann, zeigt sich am Elbsee. Zunächst verzögerte sich der Bau eines neuen Rundwegs, da nicht von allen Grundbesitzern eine Einwilligung vorlag. Nun muss man beim Bau auf den Biber Rücksicht nehmen, der im April und Mai dort seinen Nachwuchs umsorgt.

Der Elbseerundweg ist eines der ersten Projekte zur Regionalentwicklung in der Allgäuer Moorallianz. Anliegen des Elbseerundweges ist es, die Natur für Einheimische und Touristen erlebbar zu machen. Nach langen Verhandlungen einigten sich nun unter Federführung von Aitrangs Bürgermeister Jürgen Schweikart alle betroffenen Grundstücksbesitzer über den Wegverlauf.

Denn der alte Bretterweg mit drei kleinen Stegen muss in einem Bereich verlegt werden, weil dort ein Biber seine Burg gebaut hat. Doch nun, da die neue Trasse steht und bereits die Anschlusswege befestigt werden, ist der Winter vorbei. Der Bohlenweg hätte sich nämlich am besten auf gefrorenem Boden verankern lassen.

Biberberater Helmar Schreiter erinnerte in der Versammlung der Moorallianz daran, dass es eine Auflage der Naturschutzbehörden war, nur im Winter zu bauen, um den Biber nicht zu stören. Durch die Verlegung der Trasse und in Absprache mit der Naturschutzbehörde hofft Regionalmanagerin Gwendoline Dettweiler, dass - bei Trockenheit - im Sommer gebaut werden kann.

Das Projekt ist auf 45000 Euro veranschlagt und soll von heimischen Zimmereibetrieben umgesetzt werden, so Dettweiler. Rund die Hälfte der Mittel kommt von der Moorallianz. Den Rest übernehmen die Gemeinden Aitrang, Ruderatshofen und Unterthingau.

In einer zweiten Phase ist daran gedacht, entlang des Rundweges auch Erlebniselemente zu errichten, beispielsweise einen Moorspielplatz, eine Plattform für die Vogelbeobachtung oder Stationen mit Audioguides.

Einstreu für 50 Höfe

In der Moorallianz soll im Mai ein 50-Höfe-Programm starten. Zum Projektbereich gehören die Moorkomplexe mit mehr als 14000 Hektar zwischen Wertach und Lech rund um die Sulzschneider Moore, Nesselwang, Seeg und Pfronten, im Kemptener Wald, im Elbseegebiet und am Bannwaldsee mit dem Birnbaumer Filz sowie im Wirlinger Wald. Die Bauernhöfe sollen die Mahd von Feuchtwiesen wieder als Einstreu im Stall nutzen. Das Interesse bei den Landwirten ist laut Dettweiler groß. Bereitstehen werden zunächst rund 200000 Euro, um die Streuwiesennutzung voranzutreiben.

Zuschüsse gibt es beispielsweise, um mit Messerbalken in den Feuchtflächen zu mähen oder eine Zwillingsbereifung zu kaufen, damit sich das Gewicht der Mähmaschinen in Feuchtwiesen besser verteilt.

Mit Pistenbully auf die Wiese

In eine ähnliche Richtung geht ein Landschaftspflegehof, der voraussichtlich in Mauerstetten entsteht. Ein Landwirt spezialisiert sich dabei auf die Landschaftspflege. Um in sensiblen Bereichen den Bodendruck zu vermindern, soll beispielsweise ein Pistenbully für die Arbeit in Feuchtwiesen umgerüstet werden. Denkbar ist eine Umsetzung dieses Konzepts auch im Oberallgäu. In einem weiteren Schritt soll sich der Landschaftspfleger auch in der Umweltbildung und der Beweidung von Moorflächen engagieren.

Weitere Themen der Zweckverbandsversammlung Moorallianz waren das neue Logo der Organisation und Naturschutzvorhaben, die Projektleiter Günter Riegel vorstellte. » Allgäu-Rundschau

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