Konzert
Bariton Gregor Finke überzeugt bei Konzert in Görwangs Kirche St. Alban

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Kirche St. Alban in Görwangs beim letzten der diesjährigen Sommerkonzerte.

Der Organist Christian Gerharz und der Bariton Gregor Finke, beide von der Essener Folkwang-Universität, boten ein Programm mit Werken aus Barock, Klassik und Romantik. Die Musik der Gegenwart war mit drei Liedern von Finkes Gesangslehrerin Sieglinde Ahrens vertreten.

Strahlend-helle Bachfuge

Strahlend-hell ging es los mit der Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach. Gerharz spielte das Werk unter weitgehender Benutzung von Zungenregistern, auch in der mit konstantem Tempo dahingleitenden Fuge.

Der frei-atonale Kompositionsstil von Sieglinde Ahrens (geb. 1936) mag nicht jedermanns Sache gewesen sein, aber gleich im ersten der << Drei Gesänge nach lateinischen Psalmtexten >> konnte Finke mit klarer Artikulation und angenehmem Stimmtimbre überzeugen.

Die sonst übliche Distanz zwischen fast statischem Lied- oder Oratoriengesang auf der einen und extrem sinnlichem Operngesang auf der anderen Seite konnte er bestens überbrücken. Kurz und dramatisch, fast etwas trotzig, legte Gerharz die << Fantasie und Fuge c-Moll >> von Carl Philipp Emanuel Bach an.

Er erweckte den nachvollziehbaren Eindruck, dass sich der Sohn vor dem wahrscheinlich oft übermächtig erschienenen Vater beweisen wollte.

Von naiver Frömmigkeit geprägt sind die Lieder Ludwig van Beethovens nach Texten von Christian Fürchtegott Gellert. Dazu gehört auch << Die Ehre Gottes aus der Natur >>, das unter dem Namen << Die Himmel rühmen >> wohl die bekannteste Beethoven-Melodie nach << Freude schöner Götterfunken >> sein dürfte.

Den fröhlichen Charakter des abschließenden << Bußliedes >> brachte Finke trotz seiner eher dunklen stimmlichen Grundfarbe bestens zur Geltung.

Äußerst liedhaft klang die << Fantasia g-Moll >> von Johann Christoph Kellner (1736-1803). Der in Thüringen und Hessen wirkende Komponist war sicherlich kein << unsterblicher >> Meister, aber er schrieb doch individuell genug, um immer wieder einmal an ihn zu erinnern.

Vokaler Höhepunkt des Konzerts war zweifellos die Arie << Ja, es sollen wohl Berge weichen >> aus dem Oratorium << Elias >> von Felix Mendelssohn Bartholdy. Finke sang mit weicher Linienführung und angenehmer Expressivität. In ihren überschaubaren Ausmaßen ist die Orgel in St. Alban nicht in jedem Fall für spätromantische Werke geeignet.

In der Passacaglia e-Moll des Liechtensteiners Joseph Gabriel Rheinberger erreichte Gerharz in der Tiefe nicht selten die klanglichen Grenzen des Instruments, präsentierte zum Ende hin aber eine imposante klangliche Aufhellung.

Mit Rheinberger ging das Konzert zu Ende. Höhepunkt in drei Nummern aus den << Sechs religiösen Gesängen >> op. 157 war das eindringlich artikulierte Ave Maria.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen