Endspurt
Bald bricht die Eiszeit an

Jahrzehntelang haben die Eishockey-Sportler diesen Tag herbeigesehnt, den Tag, an dem in Marktoberdorf der Puck über Kunsteis schlittert. Nun erfüllt sich dieser Traum. Ende November soll die Fläche am Schulzentrum offiziell freigegeben werden. Für den Förderverein «Allgäu Amigos», der das Projekt vorangetrieben hat, ein großes Ereignis und der Abschluss einer für sie riesigen Maßnahme: «Es ist gigantisch, was hier abläuft», freut sich Vorsitzender Holger Budjarek.

Eigentlich sollte die Bahn bereits seit einem Jahr genutzt werden können. Probleme mit der Stromversorgung durchkreuzten die Pläne. «Zum Glück», sagt Budjarek. Denn dadurch hatten die Verantwortlichen Zeit - und warfen dabei noch einiges über den Haufen. Statt auf Matten, wie es zunächst vorgesehen war, wird nun traditionell auf Eis gespielt, das auf einer 1700 Quadratmeter großen Betonfläche aufgebaut wird. «Die ist glatt wie ein Kinderpopo», bückt er sich und demonstriert dies mit einer Handbewegung. Unter den insgesamt 42 Tonnen Beton befinden sich nicht nur unzählige Stahlmatten, die die Fläche stabil halten, sondern auch 21 Kilometer Stahlrohre für die Kühlleitungen.

Die werden aus einer Maschine gespeist, die über verschiedene Fühler (Wind, Sonne, Außentemperatur) selbsttätig geregelt werde, erläuterte Andreas Strauch von der gleichnamigen Kältetechnik-Firma. «Der größte Kühlschrank Marktoberdorfs», wie es Budjarek formuliert, gewinne zugleich Wärme für die Heizung und das Wasser.

Aus Erfahrung anderer gelernt

Der Verein, so der Vorsitzende, habe noch einmal bei weiteren Betreibern von Mattenanlagen Erkundigungen eingeholt - mit für die «Allgäu Amigos» erschreckenden Ergebnissen. «Alle hatten Probleme. Manche mussten sogar wöchentlich die Matten reparieren. Denn beim Ausrollen muss peinlichst genau darauf geachtet werden, dass kein Kieselsteinchen darunter liegt. Die Leute haben wir doch gar nicht.» Also entschieden sich die Amigos für die stabile Betonlösung.

Das jedoch trieb die Kosten in die Höhe. Statt der ursprünglich veranschlagten 500000 Euro sind es nach neusten Berechnungen 800000. Budjarek sieht die Steigerung eher gelassen. «Das funktioniert», ist er überzeugt, zumal mit der Umplanung ein neues Konzept einherging. Denn nun ist die Anlage auch im Sommer für Schulen und Inlineskater nutzbar, was weitere Einnahmen verspricht.

Die Finanzierung sei über 20 Jahre angelegt. Den Löwenanteil der Investitionen sollen die örtlichen Eishockey-Vereine wieder einspielen. Hinzu kommen ein Zuschuss der Stadt von 250000 Euro und vom Landkreis über bisher 50000 Euro. Sponsoren und verschiedene am Bau beteiligte Firmen griffen kräftig unter die Arme, in dem sie den «Allgäu Amigos» das Baumaterial zum Selbstkostenpreis überließen. Am 27. November soll die Anlage in Betrieb gehen.

Dann ist auch der Kiosk fertig, der bezeichnenderweise «Kabine 1» heißt, befand die sich doch früher an dieser Stelle. Inzwischen sind drei neue Kabinen entstanden. Sie warten auf die Spieler, die auf Torejagd gehen wollen. Schließlich sollen in der demnächst startenden Hobbyrunde bereits 30 der 42 Spiele in Marktoberdorf ausgetragen werden.

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