Gesundheit
Asbest-Gefahr bei Sanierungen im Ostallgäu

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ruft private Bauherren und Baubeschäftigte im Ostallgäu zu erhöhter Vorsicht bei Abbruch- und Renovierungsarbeiten auf. Angesichts der zunehmenden Zahl von Altbausanierungen werde die Gesundheitsgefährdung durch Asbest-Staub wieder akut.

Als Alarmsignal wertet die IG BAU die Zunahme von Asbesterkrankungen. 'Im vergangenen Jahr ist die Zahl der durch Asbest hervorgerufenen Berufskrankheiten bundesweit angestiegen', sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Schwaben, Fritz Kleinhans.

Zwar dürften asbesthaltige Materialien seit 1993 nicht mehr hergestellt und verbaut werden. Risiken berge allerdings der heimische Altbaubestand. Durch die anstehende Modernisierungswelle drohe die 'vergessene Gefahr' zurückzukommen.

Kleinhans: 'Rund 17 900 Wohngebäude im Landkreis Ostallgäu stammen aus den 60er- und 70er-Jahren, in denen asbesthaltige Baustoffe massenhaft eingesetzt wurden. Nach und nach sind hier Sanierungen notwendig, manchmal wird sogar abgerissen. Hier lauern dann tückische Gesundheitsgefahren.

' Seien damals entsprechende Materialien verbaut worden, könne beim Sanieren von Fahrstuhlschächten und Nachtspeicherheizungen genauso wie beispielsweise beim Beseitigen von Abdeckplatten, Bodenbelägen und Dachisolierungen Asbest freigesetzt werden. 'Das Einatmen von Asbeststaub führt als Spätfolge schlimmstenfalls zu Asbestose, Lungen- oder Kehlkopfkrebs', so die Warnung des Gewerkschafters.

Bei Verdacht: Arbeiten stoppen

Vor diesem Hintergrund sollten Baubeschäftigte, aber auch private Bauherren im Ostallgäu die Augen offen halten. Kleinhans: 'Sobald auf Baustellen der Verdacht von As-bestmaterial besteht, müssen die Arbeiten sofort eingestellt werden. Die Beseitigung ist dann Sache von Spezialfirmen.

' Von den Bauunternehmen forderte Kleinhans, den Arbeitsschutz auf Baustellen besonders ernst zu nehmen: 'Die Sicherheitsbestimmungen müssen eingehalten werden. Das fängt bereits bei der Schutzkleidung an. Die ist ein absolutes 'Muss’.'

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