Allgäu-Orient-Rallye
Allgäu-Orient-Rallye: Abenteuerliche Fahrt ans Kaspische Meer

Seit er das erste Mal von der Allgäu-Orient-Rallye gehört hatte, ließ Gerold Kühnl das Thema nicht mehr los. Dabei ist er eigentlich gar kein Allgäuer, doch seit sieben Jahren lebt der pensionierte Ingenieur aus dem Sauerland in Marktoberdorf. Am Weihnachtsfest 2010 erzählte er seinem Sohn Klaus von der Rallye, seitdem spukte das Thema in ihren Köpfen, bis sie sich entschlossen, mitzufahren.

Die Rallye wird von den Organisatoren als 'eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt' bezeichnet. 108 Teams nehmen 2012 an der Fahrt teil, die am 28. April in Oberstaufen startet, über den Balkan bis nach Istanbul und durch die Türkei bis nach Baku in Aserbaidschan am Kaspischen Meer führt.

Autobahnen sind dabei verboten, Navis verpönt. Ein Team hat sechs Mitglieder und drei Autos. Die Pkw dürfen nicht jünger als 20 Jahre oder teurer als 1111 Euro sein und werden am Ziel für ein Hilfsprojekt versteigert.

Bunt zusammengewürfeltes Team

Das Team von Vater und Sohn Kühnl ist bunt zusammengewürfelt. Gerold konnte seinen Studienfreund Günther aus Trier gewinnen, der seinen Studienfreund Fritz aus Bullay. Auf einem Treffen mit anderen Teams lernten sie dann noch das Paar Su und 'Fabele' kennen – das Team 'Route 60' war komplett.

Der Name kommt von der Startnummer. Die zu ergattern, war schon ein Erfolg, denn wenige Minuten nach Freischaltung der Online-Anmeldung waren alle Plätze weg. Gerold, Klaus und Günther saßen jeweils am eigenen Rechner, in der Hoffnung, dass einer einen Platz ergattert. Das sei gängige Praxis bei vielen Teams, meint Gerold Kühnl.

Nach der Anmeldung blieben dem Team acht Monate Zeit zur Vorbereitung. Da galt es aber nicht nur, Autos zu kaufen, umzubauen und auszustatten, es mussten auch private Vorkehrungen getroffen werden. Klaus Kühnl, Vater von fünf Kindern und Ehemann, arbeitete monatelang 20 Minuten länger am Tag, um zusätzlichen Urlaub für die Fahrt zu bekommen.

Türkische Vereinsfahne fährt mit

Bereits im Vorfeld galt es, Aufgaben zu lösen. Für einen Empfang durch den türkischen Sportminister sollen Vereinswimpel besorgt werden. Gerold konnte nicht nur einen Wimpel, sondern sogar eine der zwei Vereinsfahnen von Türk Spor Marktoberdorf organisieren.

Um die Rallye zu finanzieren, suchte das Team nach Sponsoren. Die Firma Dekra, bei der Günther früher gearbeitet hat, unterstützt das Team mit 5000 Euro. Auch Firmen aus dem Raum Marktoberdorf sponsern 'Route 60' oder andere Teams aus der Region mit kleinen Geldbeträgen, Rabatten oder Sachspenden: AGCO/Fendt, Albrecht Campingzubehör, Autohaus Allgäu, City Printshop, Eisen Fendt, Grömo, Höbel Fensterbau und Rösle.

Die restlichen Kosten werden aus eigener Tasche bezahlt. Bis zu 5000 Euro, schätzt Gerold Kühnl, kostet die Fahrt pro Person. Große Posten sind dabei die Beschaffung der Autos, deren Umbau, Benzin für die Fahrt sowie der Rückflug aus Jordanien. Dort endete die Rallye in früheren Jahren, doch schon seit 2011 ist die Durchfahrt durch Syrien aufgrund der politischen Lage nicht möglich.

Daher endet die Rallye dieses Jahr in Baku. Das jordanische Königshaus lädt jedoch wieder alle Rallyeteilnehmer ein, wie in den Vorjahren in Jordanien die Siegerehrung abzuhalten. Chartermaschinen bringen die Fahrer kostenlos nach Jordanien, den Heimflug müssen die Teilnehmer jedoch selber zahlen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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