Empfang
Ärzteverband sieht hohe Qualifikation und Spezialisierung als immer wichtiger an

Eigentlich soll der Neujahrsempfang des Ärztlichen Kreisverbandes Ostallgäu in erster Linie ein Dankeschön an Mitstreiter sowie politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger für die gute Zusammenarbeit sein. Doch ganz ausklammern lässt sich an einem solchen Abend die Gesundheitspolitik nicht – und schon gar nicht die Klinikendebatte im Ostallgäu. Zwar ging die Kreisvorsitzende Dr. Marlene Lessel bei dem Empfang in der Marktoberdorfer 'Filmburg' nicht explizit auf die aktuellen Auseinandersetzungen ein, machte aber deutlich, dass die Ärzteschaft sehr wohl ihre Vorstellungen von einer optimalen Patientenversorgung im Ostallgäu hat.

2011 sei für die Ärzte im Ostallgäu ein 'besonders aufregendes und emotional geprägtes Jahr' gewesen, erinnerte Lessel. Habe man in der Vergangenheit noch gehofft, der Strukturwandel im Gesundheitswesen mache vielleicht doch einen Bogen ums Ostallgäu, habe dieser nun auch die Region erfasst – so wie es auch andernorts der Fall ist. Im Ostallgäu komme noch eine 'historisch gewachsene Krankenhausdichte' mit sechs Häusern bei 170 000 Einwohnern dazu und damit eine stationäre Überversorgung, gab die Vorsitzende zu bedenken.

Vor diesem Hintergrund sähen sich die Ärzte in der Pflicht, sich Gedanken zu machen über 'neue effiziente und zukunftsträchtige Strukturen' für die Versorgung der hiesigen Menschen mit moderner, wohnortnaher Medizin.

Das bedeute: hohe Qualifikation, Spezialisierung, Qualitätssicherung, Etablierung moderner Verfahren sowie leitliniengerechter Diagnostik und Therapien, ferner die Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung – und ganz besonders auch hohe Fallzahlen.

Wenn der Patient im Ostallgäu keine zertifizierte, renommierte Klinik und auch nicht die nötigen Spezialisten vorfinde, suche er sein Heil woanders – 'und er wird es finden', warnte die Vorsitzende vor Patientenabwanderungen. 'Wir stehen in der Verantwortung, zukunftsträchtige Strukturen zu schaffen', appellierte sie an die Kollegen und Politiker.

Dazu gehöre auch die Erkenntnis, Angebote notfalls streichen zu müssen.

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