Volkszählung
Ab 10. Mai gehen die Befrager zu ausgewählten Haushalten

Leben in Marktoberdorf wirklich 18138 Menschen, so viele, wie im Juni 2010 amtlich gemeldet waren? Die deutschlandweite Volkszählung ab 10. Mai - auch Zensus genannt - wird aktuelle Zahlen auch für den mittleren Landkreis liefern. Im Ostallgäu gehen ab nächster Woche 190 Interviewer von Haus zu Haus. Dabei zählen sie nicht nur ausgewählte Bewohner, sie erfragen ebenso Themen wie Ausbildung, Berufstätigkeit und Herkunft. Die bislang letzte Volkszählung geht auf das Jahr 1987 zurück.

«Für die Fragen hat das Statistische Bundesamt 10 Prozent der Ostallgäuer per Zufallsprinzip ausgewählt», sagt Thomas Roßmanith, Leiter der Zensus-Erhebungsstelle am Landratsamt. Das seien 4000 Adressen und rund 5000 Haushalte. Die wissen aber noch nichts von ihrem Glück. Ab Donnerstag, 4. Mai, erhalten sie Briefe mit Terminvorschlägen.

Zur Auskunft verpflichtet

Solche Briefe verschickt auch Michaela Natterer. Die 25-jährige Marktoberdorferin hat sich als Interviewerin gemeldet. Hauptberuflich arbeitet sie in der Kommunalen Abfallwirtschaft, hat über das Landratsamt von dem «Nebenjob» gehört. Wie alle Befrager hat sich Natterer in drei Stunden Schulung auf die 10- bis 15-minütigen Interviews vorbereitet.

Alle, die Post erhalten, sind gesetzlich zur Auskunft verpflichtet. «Die erhobenen Daten werden nach der Auswertung anonymisiert», versichert Roßmanith. Er bittet die Interviewpartner um Unterstützung und ergänzt: «Die Interviewer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und weisen sich mit dem Zensus-Ausweis und ihrem Personalausweis oder Reisepass aus.»

Michaela Natterer freut sich auf ihre Aufgabe: «In meinem Beruf habe ich ohnehin viel Kontakt mit Menschen.» 23 Adressen mit 100 dort gemeldeten Personen stehen auf ihrer Liste, die sie von Montag bis Freitag zwischen 15 und 20 Uhr abarbeiten wird. «Ich denke, mit Freundlichkeit kommt man am weitesten», meint Natterer mit Blick auf die Interviews.

Sollte sich jemand aber beharrlich weigern Auskunft zu geben, kann das Landratsamt Zwangsgelder in Höhe von 300 Euro verhängen, das Interview muss aber trotz Strafe stattfinden. Doch Roßmanith hofft, dass er zu solchen Maßnahmen nicht greifen muss.

Alle Eigentümer erhalten Post

Parallel zu den Stichprobeninterviews werden in Seniorenheimen, Internaten und weiteren Gemeinschaftsunterkünften alle Bewohner befragt. Bei der ebenfalls ab Mai stattfindenden Gebäude- und Wohnungszählung erhalten die Eigentümer und Verwalter von Wohnimmobilien einen Fragebogen per Post direkt vom Statistischen Landesamt.

Mit den Ergebnissen der Volkszählung sei ab November 2012 zu rechnen, sagt Roßmanith. Dann wird die Kreisstadt wissen, wie viele Schäfchen sie tatsächlich zählt. Von den 10 Prozent der Befragten könne man statistisch genau auf die absolute Bevölkerungszahl hochrechnen, so Roßmanith.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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