Moorallianz
8,5 Millionen Euro für Moore im Ostallgäu

Nach der Planung soll jetzt zur Tat geschritten werden – so lässt sich das Ergebnis der Präsentation des Zweckverbandes Allgäuer Moorallianz unter Vorsitz von Landrat Johann Fleschhut im Landratsamt in Marktoberdorf zusammenfassen. Hier stellten das Projektteam der Allianz, die aus den Landkreisen Ostallgäu, Oberallgäu und Lindau sowie die kreisfreien Städte Kaufbeuren und Kempten besteht, das Handlungskonzept vor, das ab Mitte 2012 in den Allgäuer Mooren umgesetzt werden soll.

Dieses Konzept soll in den nächsten zehn Jahren mit 8,5 Millionen Euro realisiert werden. 75 Prozent des Geldes kommt vom Bund, 15 Prozent von Bayern, zehn Prozent von den Trägern der Moorallianz.

Gemeinsames Vorgehen wichtig

Wie schützenswert die Allgäuer Moore sind, das machte Dr. Alfred Wagner vom Planungsbüro für angewandte Landschaftsökologie in Unterammergau deutlich. Von den rund 5500 Hektar Moor im Projektgebiet seien 75 Prozent von landes- oder bundesweiter, 25 Prozent von regionaler oder lokaler Bedeutung.

Es gebe sowohl wertvolle Eiszeitrelikte als auch regionale Besonderheiten wie die Seeger Schnittlauchwiese. Jörg Rietze von der Arbeitsgruppe für Tierökologie ergänzte, dass 34 der rund 350 Tierarten in den Mooren von gesamtstaatlicher und landesweiter Bedeutung seien.

Um die Moorgebiete zu schützen oder zu renaturieren, werden nun Maßnahmen nach dem Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) umgesetzt. Der wurde auf der Sitzung, auf der Vertreter von Land- und Forstwirtschaft sowie von Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden anwesend waren, formal verabschiedet. Maßnahmen können, so Wagner, etwa die Wiedervernässung sein, bei der rund ein Kilometer Gräben pro Hektar angelegt wird.

Wichtig sei auch, zu verhindern, dass Nährstoffe in Form von Dünger in die Moore gelangen. Dazu könnten Pufferstreifen um die Moore durch Ankauf von Land geschaffen werden oder versucht werden, mit Landwirten eine Einigung zu erzielen, um Sicherheitsabstände um die Moore zu schaffen.

Auch Fleschhut betonte, die Allianz wolle auf die 'Freiwilligkeit' aller Beteiligten bauen. 'Jetzt sind wir auf die konstruktive Mitwirkung und Unterstützung durch die Akteure angewiesen.' Keine Maßnahme solle von oben durchgedrückt werden. Bereits im Vorfeld, so Projektleiter Günter Riegel, habe sich die Allianz bei sogenannten 'Moortischen' um Transparenz und Information der Betroffenen bemüht.

Eines von fünf Projekten im Bund

Auf diese Kooperation verwies auch Dr. Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz, der darlegte, warum die Moorallianz einer der fünf Sieger im bundesweiten Naturschutz-Wettbewerb geworden ist.

Da habe die besondere Kulisse der Alpen und die Qualität der Moore im Allgäu eine Rolle gespielt, aber eben auch, dass das Projekt nur in Allianz, etwa mit den Landwirten, möglich sei. Die seien oft die Besitzer der Flächen, auf denen Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Es wurden bisher auch schon konkrete Maßnahmen getroffen. Gwendolin Dettweiler, Regionalmanagerin der Allgäuer Moorallianz, verwies etwa auf den Elbseesteg. Auch seien schon elf Landwirte in das 50-Höfe-Programm integriert. Das soll der Bewirtschaftung von Streuwiesen dienen, welche eine hohe Artenvielfalt aufweisen. Fünf weitere Anträge seien bereits eingegangen, weitere Interessenten gebe es auch.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen