Buchel
1,2 Millionen für Kindergarten stören Stadträte

Was passiert mit dem Kindergarten an der Buchel? Komplett oder nur teilweise sanieren, gar abreißen und neu bauen? Vor diesen Fragen standen die Stadträte, die sich in der jüngsten Sitzung mit dem Thema befassten. Denn eine umfassende Sanierung kostet etwa 1,2 Millionen Euro. Dabei hatte die Stadt erst vor wenigen Jahren 250 000 Euro in das Haus gesteckt. Und das soll nun alles umsonst gewesen sein? Es war nicht nur Andreas Wachter (CSU), der dies sehr kritisch hinterfragte. Immer mehr Kollegen auch anderer Fraktionen schlossen sich ihm in der längeren Diskussion an.

Das Stimmungsbarometer zeigte dabei in Richtung Neubau, obwohl das noch teuerer werden wird. Denn während der Bauphase müsste für eine Ersatzunterkunft für die Kinder gesorgt werden. Manch einem war das aber lieber, zumal das Haus dann den Wünschen und entsprechend dem Bedarf geplant werden könnte.

Eine Sanierung mit Kosten in dieser Größenordnung lasse sich einem Normalbürger nicht vermitteln, sagte Wachter, zumal die Energieeinsparung nur bei etwa 3000 Euro pro Jahr liegen soll.

Grundsubstanz ist noch gut

Architekt Alexander Müller, der auch die Kinderkrippe konzipiert hatte, riet von einem Neubau ab. Die Grundsubstanz des Gebäudes sei, obwohl es bald 50 Jahre lang steht, noch gut. Dies habe sich bei einem ersten Blick auch bestätigt. Erst der zweite offenbarte die Mängel. So müsse die komplette Elektrik erneuert werden.

Auch beim Brandschutz liege einiges im Argen, gerade was den Rettungsweg aus dem Keller betreffe. Insgesamt betrachtet seien 'die Fluchtwege zu lang'.

Eines der Hauptprobleme habe die Teilsanierung mit sich gebracht. Sie sei gut gedacht gewesen und habe ihre Wirkung auch nicht verfehlt. Der Luftaustausch funktioniere aber nun nicht mehr so wie früher bei den undichten Fenstern. Die Folge: Feuchte Luft dringt ins Mauerwerk ein und beschädigt es.

Deshalb komme es an einigen Stellen zu Schimmelbildung, verdeutlichte Stadtbaumeister Peter Münsch.

Weil laut Wolfgang Wieder von der Verwaltung im Buchelkindergarten auch vier Kinder mit Handicap betreut werden, müsse die Einrichtung nachgerüstet werden. Ein barrierefreier Zugang von der Straße aus ist nach Angaben von Müller ebenso nötig wie ein Aufzug.

Auf Passivhausstandard

Energetisch plant der Architekt, mit dem Gebäude Passivhausstandard zu erreichen. Dazu seien Isolierungen innen wie außen und eine neue Verkleidung der Fassade, nach seinem Vorschlag am besten mit Holz, nötig. Bei diesen Planungen richtete er sich nach dem Handbuch, das der städtische Gebäudemanager Richard Siegert entwickelt hat.

Müller wollte die Arbeit in zwei Abschnitten angehen und dazu auch die Sommerferien nutzen, um den Betrieb möglichst nicht einzuschränken.

Nochmals rechnen

Im Januar will sich der Stadtrat noch einmal mit dem Kindergarten beschäftigen. Dabei soll zudem darüber nachgedacht werden, ob der jetzt viergruppige Kindergarten wieder auf drei Gruppen reduziert werden kann.

Bis dahin soll Müller grob berechnen, wie viel Geld die notwendigsten Sanierungen und ein Neubau kosten. 'Danach schauen wir, was wir umsetzen können', gab Bürgermeister Werner Himmer den nächsten Schritt vor.

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