Aufruf
Klinik Marktoberdorf: Stadtrat hält heute Mahnwache

Vor der morgigen Sitzung des Kliniken-Verwaltungsrates wollen die Marktoberdorfer Stadträtinnen und Stadträte noch ein Zeichen gegen die Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses setzen: Alle Fraktionen treffen sich heute, Mittwoch, um 19.30 Uhr, auf dem Stadtplatz zu einer stillen Mahnwache. Mit dabei ist der Krankenhausförderverein. Zur Mahnwache ausdrücklich eingeladen ist die gesamte Bevölkerung von Stadt und Land. Das Thema Klinikschließung beschäftigte den Stadtrat am Montag in seiner Sitzung, obwohl es nicht auf der Tagesordnung stand. Zeitweise sehr kontrovers wurde über ein Bürgerbegehren diskutiert. Der Vorschlag zu der kurzfristig angesetzten Mahnwache am heutigen Mittwoch auf dem Stadtplatz kam von Stadträtin Jutta Jandl (SPD).

Sie forderte ihre Ratskollegen auf, sich parteiübergreifend daran zu beteiligen und so ein Signal zu setzen gegen die Schließung und für eine gute Gesundheitsversorgung in der Kreisstadt. Geplant ist ein halbstündiger stiller Protest. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Bürger, Jandl bittet darum, Kerzen mitzubringen.

Nicht geplant sind Reden. Zwar bat Jandl Bürgermeister Werner Himmer um eine Ansprache, und auch Markus Singer (CSU) betonte: 'Sie sind das Sprachrohr von Marktoberdorf.' Himmer hingegen verwies darauf, dass derzeit keinerlei neue Fakten vorlägen. Er wolle nicht wiederholen, 'was ich schon gesagt habe'.

Ergebnisse der Beratungsfirma, die von der Stadt mit einem Gutachten zum Weiterbetrieb der Klinik beauftragt worden ist, lägen erst Mitte Oktober vor.

FW-Fraktionssprecher Peter Grotz plädierte für einen mutigen Schritt: 'Wir sollten nach Kaufbeuren gehen.' Sein Vorschlag einer Mahnwache in die Nachbarstadt fand eine ganze Reihe Unterstützer auch in anderen Fraktionen. CSU-Fraktionssprecher Eduard Gapp: 'Wenn wir überhaupt noch etwas erreichen wollen, müssen wir aus Marktoberdorf raus.'

Dagegen sprachen sich Grünen-Sprecherin Clara Knestel und BP-Stadtrat Thomas Hilscher für eine Wache am Ort aus. Axel Maaß (Grüne) warnte vor einer Blamage, falls sich zu wenig Teilnehmer für einen Protest in Kaufbeuren fänden. Zudem sei dies organisatorisch nicht schnell zu machen.

Auf Vorschlag von Carl Singer (FW) weist jedoch der Stadtrat in einer Zeitungsanzeige in Kaufbeuren auf die Mahnwache und Marktoberdorfer Sorgen um die Klinik hin.

Das Thema Klinikschließung beschäftigte die Stadträte an dem Abend noch ein zweites Mal: Gapp warnte vor dem personellen Ausbluten des hiesigen Hauses noch vor der Schließung. Deshalb sollte man, so sein Vorschlag, ein Bürgerbegehren planen, um das weitere Ausdünnen aufzuhalten. Andere Stadträte äußerten sich hierzu skeptisch, weil mindestens fünf Prozent der Wahlberechtigten im gesamten Landkreis das Begehren unterstützen müssten.

Überraschend heftig attackierte Clara Knestel Gapp wegen seines Vorstoßes und warf ihm Profilierungsversuche vor. Seien es doch seine Parteifreunde im Kreis, die das Klinikende beschlossen hätten. Vor einer Eskalation des Streites im Stadtrat warnten Markus Singer und Wolfgang Hannig (SPD), der im Kliniken-Verwaltungsrat morgen beantragen wird, dass sofort jeglicher Abbau von Personal und Ausstattung im Haus Marktoberdorf gestoppt wird. Der Stadtrat dürfe sich jetzt nicht noch durch einen 'Parteienkrieg' schwächen, stellte er klar. Auch nahm er Gapp in Schutz: 'Es ist legitim, dass wir hier über ein Bürgerbegehren reden.

' Thomas Hilscher (BP) meinte zu einem Bürgerbegehren: 'Nun soll der Bürger sprechen' und Wolfgang Schmid (FW) sagte: 'Wir kriegen eher in der Bevölkerung Zustimmung als im Kreistag.' Maaß sagte, er sei nicht generell gegen ein Begehren, doch sei eine ganze Gruppe nötig, um es durchzuziehen.

Ob Bürgerbegehren oder nicht blieb letztlich offen. Maaß beendete die Debatte mit einer persönlichen Erklärung: Entgegen der – später abgeschwächten – Aussage des Vorsitzenden Bosse seien weder er noch sein Kreistagskollege Hubert Endhardt an der Entscheidung, im Verwaltungsrat geheim abzustimmen, beteiligt gewesen.

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