Religion
Nacht der Kirchen in Marktoberodorf: Rund 150 Menschen erleben faszinierende Vielfalt in fünf Gotteshäusern

3Bilder

Das ist Gebet und Stille, Gemälde und Heilige, Lobpreis, Filme und Tanz. Bei der fünften Nacht der Kirchen in Marktoberdorf erlebten 150 Menschen allen Alters in fünf Gotteshäusern Kirche in vielen Ausprägungen.

Lisa Schafroth, ihre Mutter Sabine und Freundin Johanna Epple hatten sich für 'dance the gospel' in der Johanneskirche, die Führung in St. Martin und das Taizé-Gebet in der Frauenkapelle entschieden. Sabine Schafroth wollte einmal eine evangelische Kirche von innen sehen, die Mädchen interessierten sich dafür, was die Jugendlichen dort 'so machen' – und waren begeistert. Denn das gute Dutzend Mädchen und Jungen des JohannesKirchenTanzteams präsentierte seinen Glauben mitreißend, anrührend und überzeugend authentisch.

Die Choreografien – teils von Leiterin Claudia Ottenthaler, teils von Jasmin und Annika – setzten die Lieder punktgenau und ausdrucksstark um. Die Tänzer hatten sich dazu ausgiebig mit den Texten befasst, in denen es um die Macht des Spiegels, die Wirkung von Worten, einen Dialog mit Gott, die außerordentliche Liebe Gottes oder die Bereitschaft, seine Botschaft weiter zu tragen, ging.

Die Kinder und Jugendlichen begeisterten mit fast perfekt synchronen Bewegungen sowie ihrer spürbaren Freude und Kameradschaft. 'Bei uns gibt es kein 'zu' wie in 'zu klein', 'zu alt' etc.', erklärte Ottenthaler. Und Pfarrer Klaus Dinkel vermutete wohl zu Recht, dass Martin Luther seine Freude an der zeitgemäßen Umsetzung des Evangeliums hätte. Die gut 40 Zuhörer bedankten sich jedenfalls mit stürmischem Applaus.

'Das hat mir sehr gut gefallen', meinte Irmi Schuster, die noch zu den musikalisch untermalten Psalmen in der Johanneskirche blieb. Johanna, Lisa und ihre Mutter dagegen schafften es gerade zur zweiten Führung in die Martinskirche, die die Mädchen wegen der ungewöhnlichen Uhrzeit interessierte. Mit Humor, Fachwissen und vielen Anekdoten brachte Stadtpfarrer Wolfgang Schilling den rund 30 Besuchern das Gotteshaus näher.

So erklärte er, warum Apostel Philippus an der Kirchendecke eine rote Nase hat: Sein Erschaffer Balthasar Riepp war dem Alkohol zu sehr zugetan. Schilling berichtete vom Heiligen Franz Xaver, der einen regelrechten Missionars-Boom ausgelöst hatte und dem nach einem Schiffbruch ein Krebs das verlorene Missionarskreuz wieder brachte.

Der Stadtpfarrer erklärte aber auch, warum sich Kurfürst Clemens Wenzeslaus vor gut 20 Jahren nicht wie geplant an eine Ausstellung ausleihen ließ: Ein Mesner hatte die Büste einzementiert. Die Besuchergruppe durfte zudem auf die Anhöhe hinter dem Altar, allerdings nicht in die Kuppel, die Lisa und Johanna erst kürzlich bei einer Führung erlebt hatten.

Die beiden Mädchen hätten auch gerne bei den Kurzfilmen in St. Magnus vorbeigeschaut. Doch dafür reichte die Zeit ebenso wenig wie für Lobpreis und Gebet in der christlichen Glaubensgemeinde. Denn in der Frauenkapelle, wo die Menschen zuvor den Frauenchor Damasia erlebten und dann in aller Stille beten konnten, trafen sich nun alle zum Abschluss mit Taizé-Gesängen und –Gebeten sowie Lisas Lehrer Josef Rüth am Keyboard.

Während Sabine Schafroth den Ausklang mit meditativem Gesang 'sehr schön' fand, konnten die Mädchen damit 'nicht so viel' anfangen. Bei der nächsten Nacht der Kirchen wollen sie aber wieder mit dabei sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018