Tennis
Vanessa Langes vom TC Weiler hat einen Traum: Sie will Profi werden

Als Vanessa Langes vor elf Jahren das Licht der Welt erblickte, hatte sie schon einen Tennisschläger in der Hand. Vorhand und Rückhand hat sie schon beherrscht, noch ehe sie mit Messer und Gabel essen konnte. Und dass sie ihre Aufschläge sogar im Tiefschlaf mit 135 km übers Netz donnert, versteht sich von selbst. Zugegeben: Das ist natürlich frei erfunden - aber niemanden, der Vanessa kennt, würde es wundern, wenn es nicht zumindest teilweise stimmen würde.

Denn einen Tag ohne Tennis gibt es bei Vanessa Langes nicht. Selbstverständlich antwortet sie auf die Frage nach ihrem Berufswunsch wie aus der Ballwurfmaschine geschossen: << Tennisprofi! >> Zwar ist sie erst elf Jahre alt und eine Prognose noch reichlich früh, aber man kann getrost sagen: Sie ist auf dem besten Weg, ihren großen Traum wahr werden zu lassen. Die Juniorin des TC Weiler hat zum zweiten Mal in Folge das Deutsche Jüngstenturnier in Detmold gewonnen - die inoffizielle nationale Meisterschaft. Sie bleibt also bundesweit die beste Spielerin des Jahrgangs 2000.

Inoffizielle deutsche Meisterin

Letztes Jahr gewann sie die Altersklasse U10, dieses Mal die U11. In fünf Spielen hat sie nur einen einzigen Satz aus der Hand gegeben, im Halbfinale gegen Marie Pschorr (Saarbrücken), die sie dennoch mit 6:1, 6:7 und 6:1 vom Feld fegte. << Der Satzverlust war nicht nötig. Im Tiebreak habe ich schon drei Matchbälle gehabt >>, sagt Vanessa. << Aber ich habe gewusst: Wenn ich normal weiterspiele, gewinne ich auch. >>

Gewonnen hat sie letztlich auch wieder das Turnier. Und das hat ihr nicht nur einen großen Wanderpokal eingebracht, sondern als Überraschung ein signiertes Handtuch von Wimbledon-Halbfinalistin Sabina Lisicki, selbst Gewinnerin in dieser Altersklasse im Jahr 2000.

Bundestrainer Hans-Peter Born war von der Leistung der jungen Weilererin so beeindruckt, dass er sie für ein Trainingslager in Washington nominiert hat, an dem im Oktober die besten Deutschen der Jahrgänge 1998 bis 2000 teilnehmen dürfen.

<< Wenn ich ein Turnier spiele, dann will ich auch gewinnen. Aber wenn eine besser ist, dann muss man das akzeptieren. Dann sammelt man halt Erfahrung >>, sagt die Siebtklässlerin, die fünf- bis sechsmal pro Woche mit Trainer Fabian Gorga und Papa Christian übt. Weil dem das Sporthotel Tannenhof in Weiler gehört, stehen ausreichend Trainingsplätze im Freien und in der Halle zur Verfügung.

Dort feilt die Kaderspielerin des Bayerischen Tennisverbandes, deren Vorbild die Russin Maria Sharapova ist (<< sie konzentriert sich immer - egal, wie es steht >>), fast in jeder freien Minute an ihren Stärken (<< meine Vorhand >>) und arbeitet an ihren Schwächen (<< der Aufschlag >>).

Wenn die Filzbälle mal in der Ecke liegen, dann liest sie gerne spannende Thriller oder geht im Winter Skifahren. Häufig kommt das allerdings nicht vor. Ein Tag ohne Tennis? Nicht bei Vanessa.

Die Ergebnistafel zeigt es an: Deutlich mit 6:0 und 6:2 besiegte Vanessa Langes im Endspiel des Jüngstenturniers ihre Gegnerin Zoe Schmidt (Frankfurt). Sie ist somit erneut inoffizielle deutsche Meisterin ihrer Alterklasse. Foto: Benjamin Schwärzler

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